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Hormonfreie Verhütung: Der Lady-Comp ist da! Verhütungs-App statt Pille: Wie sicher sind Zykluscomputer?

Hormonfreie Verhütung Der Lady-Comp ist da! Verhütungs-app statt Pille - Wie sicher sind Zykluscomputer

Hormonfreie Verhütung mit dem Zykluscomputer – alles, was du dazu wissen musst. Ist das die bessere Alternative zur Pille?

Die Zukunft der hormonfreien und natürlichen Verhütungsmethoden scheint einen Aufschwung zu erleben. Frauen haben es satt, sich täglich mit den Nebenwirkungen der weit verbreiteten Verhütungsmethoden wie der Pille oder der Spirale abfinden zu müssen.

Wozu auch?

Denn es gibt mittlerweile genügend Alternativlösungen, die die Temperaturmethode unterstützen. Vor allem haben Minicomputer, die die (un)fruchtbaren Tage genau vorhersagen können, an Popularität gewonnen.

Was macht die Pille mit dem Körper?

Die künstlichen Hormone Östrogen und Progesteron in der Pille verhindern die Eizellenreifung im Körper und verdicken die Gebärmutterschleimhaut. Dies hat zur Folge, dass Spermien nicht bis zur Eizelle gelangen und diese somit nicht befruchten können.

Diese Verhütungsmethode kommt jedoch nicht ohne ihren Preis:

Gefühlsschwankungen, Kopfschmerzen, Schmierblutungen, Antriebslosigkeit, Thrombosegefahr … and the list goes on.

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Ist die Spirale besser als die Pille? Alternative zur Pille

Die Spirale enthält im Gegensatz zur Pille zwar keine Hormone, jedoch Kupfer. Je nachdem, ob man üblicherweise starke Menstruationsbeschwerden hat, kann die Spirale die Menstruationskrämpfe und die Blutung verstärken.

Zudem kann das Einsetzen der Spirale je nach Schmerzgrenze der Frau sehr unangenehm ausfallen.

Bei ungefähr einer von zwanzig Frauen kann es sein, dass die Spirale ausgestoßen wird. Jüngere Frauen betrifft dies eher. Des Weiteren ist eine Eileiterschwangerschaft möglich – daher sollte man unbedingt regelmäßig den Sitz der Spirale beim Frauenarzt nachkontrollieren lassen.

Welche alternativen Verhütungsmethoden gibt es?

Mittlerweile gibt es innovative Technologien, die die Temperaturmethode oder die symptothermale Methode optimal unterstützen, um den Pearl-Index besonders gering zu halten.

Hormonfreie Verhütung mit dem Zykluscomputer

 

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Die Zykluscomputer von Daysy, Ovy und Lady-Comp scheinen derzeit sehr beliebt zu sein und bekommen reichlich positive Rezensionen. Die Kosten belaufen sich bei ca. 80 bis 500 Euro.

Zykluscomputer oder Verhütungscomputer sind medizinische Produkte und können auch zur Empfängnisförderung verwendet werden.

Wie funktioniert der Zykluscomputer?

Der Zykluscomputer nutzt eine wissenschaftlich unterstützte Methode, die mittels Messung der Basaltemperatur die frucht- sowie unfruchtbaren Tage voraussagen kann. Aufgrund dessen ist es ganz einfach zu wissen, an welchen Tagen man schwanger werden kann und an welchen nicht.

Man misst einfach jeden Morgen nach dem Aufstehen seine Temperatur unter der Zunge oder im Scheideneingang.

Bei der Hormonfreien Verhütung ist Disziplin gefragt!

Wichtig ist, dass man täglich zur selben Zeit misst. Der ganze Prozess dauert nur 60 Sekunden. Disziplin ist hierbei also wichtig! Man sollte mindestens an sechs Tagen die Woche die Temperatur messen, um die Ergebnisse so aussagekräftig wie möglich zu erhalten.

Die meisten Zykluscomputer-Marken haben eine eigene App, in der die Daten aus dem Computer ganz übersichtlich eingetragen werden.

Während der fruchtbaren Tage verwendet man ein zusätzliches Verhütungsmittel – am besten ein Kondom – und kann somit einer Schwangerschaft zu jeder Zeit seines Zyklus entgegenwirken.

Wie sicher ist der Zykluscomputer?

Im Grunde genommen: Sehr sicher, wenn man sie länger verwendet und seinen Körper sehr gut kennt. Bei Unachtsam- und Schlampigkeit kann es Schwierigkeiten geben.

Fünf Tage vor und drei Tage nach dem Eisprung sollte eine Frau zusätzlich verhüten. An allen anderen Tagen ist die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, nur sehr gering.

Ist Dir diese Methode aber nicht sicher genug, kannst du auf die symptothermale Methode upgraden. Bei dieser Verhütungsmethode beobachtet man zusätzlich zur Temperatur die Konsistenz ihres Zervixschleims und die Hormonkonzentration im Urin.

Der Pearl-Index bei der symptothermalen Methode liegt bei 0,3 bis 2,3.

Was sagen die Ärzte:innen?

David Ehm, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe meint: „Am besten, man nimmt gar nichts ein – das birgt keine Nebenwirkungen„.

Er plädiert für Verhütungscomputer, da dies derzeit die einzige Chemie-freie Verhütungsmethode ist.

Petra Frank Herrmann, Expertin für natürliche Verhütung der Uniklinik Heidelberg, sieht als einzigen kritischen Punkt die Vernachlässigung des Zervixschleimes.

Die Computer berechnen die (UN)fruchtbaren Tage auf Basis der Basaltemperatur. Würde jedoch der Zervixschleim zusätzlich analysiert werden, wäre die Methode um einiges vertrauenswürdiger.

Natürlich ist es aber immer am besten, sich den Rat einer Ärzt:In zu holen, der man vertraut.

Die optimale Stelle hierfür ist die eigene Frauenärztin, die alle Fragen genauestens beantworten und somit Hilfe bei Unklarheiten und Unsicherheit verschaffen kann.

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