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Nonverbale Kommunikation – 7 Basis Emotionen erkennen und deuten

Nonverbale Kommunikation ist, kurz gesagt, Informationsaustausch, ohne Worte. Sie äußert sich auf viele Arten. Sie besteht aus der Körpersprache, also der Gestik und Mimik, ebenso aus psychophysiologischen und sogenannten paralinguistischen Signalen.

Paralinguistische Signale: Sprechgeschwindigkeit, Tonfall und sonstige Zwischengeräusche.
Die Psychophysiologie steuert den Puls, die Blinzelrate, Atmung oder die Schweißbildung und einiges mehr.

Aber auch die Haltung des Kopfes, das Fuß/Bein-Verhalten spielen eine Rolle – hier sind aber viele Mythen unterwegs. Um den Rahmen dieses Artikels nicht zu sprengen, beziehe ich mich auf ausgewählten Signale, die Dir aber, davon bin ich überzeugt, einen großen Mehrwert liefern werden.

Nonverbale Kommunikation, Zwischenmenschliche Kommunikation, Sascha Sanders

Nonverbale Kommunikation, Dein Vorteil für Deine Karriere

Studien haben eindeutig gezeigt: Je besser ein Mensch die Emotionen und Gefühle seiner Gesprächspartner wahrnimmt und deutet, desto besser ist die Qualität der Beziehung.
Empathie, also die Fähigkeit das Fühlen der Person gegenüber nachzuempfinden, ist eine Schlüsselkompetenz, große Konzerne machen es vor.

„Empathie ist der Schlüssel zu fast allem.“ – Satya Nadella (CEO, Microsoft)

Du wirst als Coach schneller den Rapport und die therapeutische Allianz herstellen. Gleiches gilt für die (Psycho-)Therapie. Resultat: Nachhaltigere Ergebnisse in kürzerer Zeit!

Du arbeitest im Verkauf, Service oder der Führung? Dann bedeutet es für Dich, mehr Umsatz und zufriedenere, motiviertere Mitarbeiter: innen. Kinder werden durch die Empathie der Eltern, Erzieher: innen oder Betreuer: innen resilienter (geistig widerstandsfähiger), das zeigen Studien.

Als Erwachsene übersehen wir fast jede zweite Emotion (rund 40 %) oder deuten sie nicht richtig. Fatal nicht nur im Business, das gilt für alle Bereiche des Lebens.

Die Mimik als „ehrlichster“ Faktor der nonverbalen Kommunikation

Wie wichtig ist Nonverbale Kommunikation?
Insbesondere die Mimik erlaubt es uns, zu sehen wie es unserem gegenüber wirklich geht. Unser Verstand und unsere Emotionen müssen sich nicht einig sein.

Aus der Coaching-Praxis kann ich berichten, dass die Mimik oft etwas anderes aussagt, als das gesprochene Wort – am Ende zeigt sich immer, dass es gold wert ist, damit zu arbeiten.

Sie ist sehr wichtig, wenn nicht sogar elementar!

Ich sage: Sie ist sehr wichtig, wenn nicht sogar elementar!

Wenn ich in diesem Artikel von Mimik spreche, meine ich Mikroexpressionen. Das sind mimische Signale, die 40 bis 500 Millisekunden schnell sind. Das schöne: Mit Mimik können wir Emotionen kulturübergreifend ausdrücken.

Das heißt, sie sind schneller als unser Verstand. Mikroexpressionen können nicht willentlich gesteuert werden, sind also maximal ehrlich. Das liegt daran, dass Emotionen damals überlebenswichtig waren. Der Verstand wurde erst genutzt, wenn der Kurs geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden sollte. Also: Erst losrennen, dann schauen wohin, wie schnell und wie weit.

Bevor wir zum spannenden Teil kommen, hier noch etwas Theorie – wenn Du möchtest, sie ist nicht notwendig für den folgenden Abschnitt.

Hätte man zuerst überlegt, ob der Säbelzahntiger gefährlich ist und wäre erst dann geflüchtet, bedeutete das zumindest etwas Ungesundes.
Emotionen entstehen im limbischen System, der Teil im Gehirn ist deutlich älter als unsere grauen Zellen, wo unser Verstand verortet ist. Die Amygdala, als Teil des limbischen Systems, sortiert in Millisekunden Freund oder Feind.

Kämpfen, Fliehen oder Starre (Fight, Flight or Freeze). An dieser Stelle kommen die Psychophysiologischen Reaktionen ins Spiel, je nachdem, wie die Amygdala entschieden hat. Das alles passiert noch bevor unser Bewusstsein eine Rolle spielt. Man wusste noch nicht, dass man Angst hat, der Körper war aber auf Touren.

Nonverbale Kommunikation, Mimik, Gestik

Nonverbale Kommunikation: Die sieben Basis-Emotionen

Insgesamt gibt es sieben Basis-Emotionen, welche sich rein mimisch abspielen. Jede kann anhand zuverlässiger Zeichen erkannt und gedeutet werden. Auf diese Anzeichen beschränke ich mich in diesem Artikel und Abschnitt. Es gibt aber eine vielzahl weiterer Signale, die sich ergänzende am ganzen Körper zeigen können.

Jede Emotion birgt auch Bedürfnisse und Funktionen. Es gibt keine per se schlechten Emotionen, auch wenn manche sich nicht gut anfühlen.

Angst:
  • Die Augenbrauen gehen hoch und werden dabei zusammengezogen
  • Die Augen sind aufgerissen, häufig wird das weiße über den Augen (Sklera) sichtbar. Das untere Lid ist angespannt.
  • Bedürfnis: Sicherheit
    Funktion: Schutz vor Gefahren, Schaden reduzieren
Freude – hier sollte zwischen Freundlichkeit und echter erlebter Freude unterschieden werden.
  • Freundlichkeit zeigt sich in einem Lächeln, welches man meist aus Höflichkeit zeigt.
  • Echte erlebte Freude bedeutet, dass die Augen mitlachen. Damit sind nicht die Fältchen an der Schläfe und im Augenwinkel gemeint. Der Unterschied ist oft schwer zu erkennen – aber bei echter erlebter Freude kontrahiert der Muskel, der das Auge umgibt. Bemerkbar macht sich dies in feinsten Änderungen an der Augendeckfalte, im Bereich des Augenwinkels.
    Bedürfnis: Leichtigkeit
Trauer
  • Augenbrauen gehen an den Innenseiten zusammen und schräg hoch
  • Die Mundwinkel senken sich nach unten
    Bedürfnis: Werteerhaltung
Überraschung
  • Die Augen sind geöffnet, ähnlich wie bei der Angst aber nicht so weit
  • Der Mund ist geöffnet
  • Ein kurzes Einfrieren der gesamten Körperbewegung
    Bedürfnis: Orientierung
    Wenn wir eine Emotion verstärken wollen, müssen wir sie mit Überraschung kombinieren.
Ekel
  • Das klassische Rümpfen der Nase, die Oberlippe wird hochgezogen.
    Bedürfnis: Psychische und physische Reinheit.
    Es lässt sich mimisch unterscheiden, ob es sich um einen physischen (also tatsächlichen) oder psychischen (vorgestellten) Ekel handelt.
Verachtung
  • Einseitiges einziehen des Mundwinkels
    Bedürfnis: Selbstbewusstsein
Ärger:
  • Augenbrauen gehen runter, der Blick wird stechend, bedingt durch gleichzeitig angespannte Oberlider
  • Lippen werden gepresst oder angespannt
    Bedürfnis: Selbstwirksamkeit
Nonverbale Kommunikation Üben

Probiere die Mimiken vor dem Spiegel aus. Manche sind schwierig nachzuahmen, wir machen Emotionen selten bewusst.
Ob Du es richtig machst, solltest Du tatsächlich fühlen können. Ich rate aber mit den positiven Emotionen aufzuhören, wer ist schon gerne traurig.

Wofür? – Unsere Fähigkeit Emotionen nachzustellen, korreliert positiv mit der Fähigkeit sie zu erkennen.

Dies ist nur eine Auswahl an Emotionen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von weiteren Emotionen, die unter anderem aus den Basis-Emotionen gemischt gezeigt werden.

Der Trotz ist eine Mischung aus Ärger und Trauer, um ein Beispiel zu nennen.

Basis Emotionen, Sascha Sanders

Psychophysiologie und paraverbale Signale

Viele Signale lassen sich nur im Labor genauer gesagt mit Messgeräten registrieren – wer hier zum Bespiel an einen Lügendetektor denkt, denkt richtig.

Betrachten wir also nur folgende Signale genauer:

Die Blinzelrate und die Atmung, beide Signale der Psychophysiologie sind deutlich erkennbar und geben einen Hinweis darauf, wie unser Gegenüber sich fühlt. Sie können Anzeichen für eine Anspannung (Arousal) sein. Emotionen wie Ärger oder Überraschung führen beispielsweise zur Erhöhung des Lidschlags. Müdigkeit ebenfalls – der Kontext ist wichtig.

Generelles Problem: Diese Anzeichen können bewusst gesteuert werden, wie auch die Signale in unserer Stimme wie Sprechgeschwindigkeit, Tonalität oder andere auffällige Laute in der Artikulation. Sprechen wir schnell und hoch, sind wir höchstwahrscheinlich nervös.

Wie viel Prozent der Kommunikation ist nonverbal?

Die allermeisten würden an dieser Stelle antworten, zu 93 %* – basierend auf einer Studie aus dem Jahre 1967. Allerdings wurde der arme Herr Mehrabian völlig falsch verstanden.

Ich mache es kurz: Die Studie bestand aus zwei Experimenten, bei denen untersucht wurde, welcher Kanal mehr Bedeutung hat, Ton, Gesichtsausdruck oder das gesprochene Wort.

Zuerst wurden Tonfall und Inhalt in Relation gesetzt und im zweiten Experiment der Gesichtsausdruck und Ton. Heraus kam, eine Gewichtung.
Insgesamt würde die Studie heutigen Standards kaum genügen und fände auch nur in extrem begrenzten Szenarien Anwendung.

Für Deinen nächsten Vortrag, Pitch oder Videocall ist als eigentlich folgendes Learning wichtig: Das WAS muss zum WIE passen. Deine Worte sollten von Deiner Körpersprache und Deiner Stimme bekräftigt werden.

*Die Ergebnisse der Studie wurde mathematisch so interpretiert, dass 7 % über die Stimme kommuniziert worden, 38 % über den Ton und 55 %. 55 % + 38 % = 93 %.

Über den Autor: 

Sascha Sanders, Business Coach und Führungskräfte Trainer, KölnSei die Persönlichkeit, die Deine Mitarbeiter und Kunden jederzeit wieder engagieren würden. Damit Du die Erfolge feiern kannst, die Du Dir wünschst.

Ich unterstütze Dich dabei. Hallo, ich bin Sascha Sanders – Business-Coach, Trainer und Mimikresonanz-Trainer. Emotionale Intelligenz und Empathie sind die Schlüsselfertigkeiten das 21. Jahrhunderts sind, davon bin ich überzeugt.

Besuche auch meine Homepage: saschasanders.de – ich freue mich, von Dir zu hören.

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