Die Besetzung von Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa vereint mehrere Schauspieler, deren Namen heute untrennbar mit Hollywood verbunden sind. Johnny Depp spielt den jungen Gilbert, der nahezu die gesamte Verantwortung für seine Familie trägt, während Leonardo DiCaprio als sein jüngerer Bruder Arnie eine der eindrucksvollsten frühen Rollen seiner Karriere übernahm. Juliette Lewis, Darlene Cates und Mary Steenburgen vervollständigen ein Ensemble, dessen schauspielerische Leistungen schon bei der Veröffentlichung viel Anerkennung erhielten.
Das 1993 erschienene Drama von Regisseur Lasse Hallström erzählt von familiärer Verantwortung, Überforderung und dem Wunsch, einem Leben zu entkommen, das längst vorbestimmt scheint. Peter Hedges schrieb das Drehbuch nach seinem eigenen Roman und schuf Figuren, die zwischen traurigen Momenten, Humor und Hoffnung erstaunlich menschlich bleiben. Mehr als drei Jahrzehnte später lohnt sich der Blick zurück nicht nur wegen Depp und DiCaprio, sondern auch wegen der ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte und der Entwicklung vom mäßigen Kinoerfolg zum anerkannten Klassiker.
Wie alt war Johnny Depp bei „Irgendwo in Iowa“?
Johnny Depp wurde am 9. Juni 1963 geboren. Die Dreharbeiten begannen am 2. November 1992 und dauerten bis Ende Januar 1993, womit Depp während der gesamten Produktion 29 Jahre alt war. Als der Film im Dezember 1993 in den USA ins Kino kam, hatte er bereits seinen 30. Geburtstag gefeiert.
Als Gilbert Grape verkörpert er einen jungen Mann, dessen eigenes Leben kaum noch Platz neben den Bedürfnissen seiner Familie findet. In der fiktiven Kleinstadt Endora arbeitet Gilbert im kleinen Supermarkt Foodland, kümmert sich intensiv um Bruder Arnie und unterstützt seine Mutter und Schwestern. Erst die Begegnung mit Becky, gespielt von Juliette Lewis, lässt ihn erkennen, wie sehr seine eigenen Wünsche in den Hintergrund geraten sind.
Besetzung von Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa und ihre wichtigsten Rollen

Rückblickend wirkt die Besetzung fast wie eine Zusammenkunft mehrerer Schauspieler unmittelbar vor beziehungsweise während ihrer großen Karrierejahre. Neben Johnny Depp und Leonardo DiCaprio waren auch John C. Reilly, Juliette Lewis und Mary Steenburgen Teil der Produktion.
- Johnny Depp als Gilbert Grape
- Leonardo DiCaprio als Arnie Grape
- Juliette Lewis als Becky
- Darlene Cates als Bonnie „Momma“ Grape
- Mary Steenburgen als Betty Carver
- John C. Reilly als Tucker Van Dyke
- Laura Harrington als Schwester Amy
- Mary Kate Schellhardt als Ellen Grape
- Crispin Glover als Bobby McBurney
- Kevin Tighe als Mr. Carver
Eine ungewöhnliche Geschichte steckt hinter der Besetzung der Mutter. Darlene Cates war zuvor keine etablierte Schauspielerin und wurde entdeckt, nachdem sie in der amerikanischen Sendung „The Sally Jessy Raphael Show“ über ihr Leben mit starkem Übergewicht gesprochen hatte. Sie setzte sich anschließend gegen rund 60 weitere Frauen durch und gab mit der Rolle ihr Filmdebüt.
Wie alt war Leonardo DiCaprio im Film Gilbert Grape?
Leonardo DiCaprio war zu Beginn der Dreharbeiten am 2. November 1992 noch 17 Jahre alt und feierte am 11. November seinen 18. Geburtstag. Bei der amerikanischen Premiere im Dezember 1993 war er 19 Jahre alt. Seine Darstellung des geistig behinderten Bruder Arnie brachte ihm anschließend seine erste Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller ein, den Preis gewann 1994 jedoch Tommy Lee Jones für „Auf der Flucht“.
DiCaprio hatte sich intensiv auf die Rolle vorbereitet und dafür Zeit mit Jugendlichen mit geistigen Behinderungen in einer Betreuungseinrichtung in Texas verbracht. Nach seinen damaligen Angaben war ungefähr die Hälfte seiner Darstellung improvisiert. Gerade diese Spontaneität verleiht Arnie eine Lebendigkeit, die früh erkennen ließ, welches schauspielerische Talent DiCaprio besaß.
Welche Behinderung hat Arnie Grape?
Eine konkrete medizinische Diagnose für Arnie wird im Film nicht genannt. Historische Quellen zum Film beschreiben die Figur allgemein als Jugendlichen mit einer geistigen beziehungsweise intellektuellen Behinderung. Ihm nachträglich eine bestimmte Erkrankung oder Entwicklungsstörung zuzuschreiben, wäre daher nicht durch den Film belegt.
Arnie soll nach den Aussagen innerhalb der Handlung ursprünglich nicht älter als zehn Jahre werden, steht inzwischen jedoch kurz vor seinem 18. Geburtstag. Sein Drang, auf den örtlichen Wasserturm zu klettern, führt wiederholt dazu, dass Gilbert und die Ortspolizei eingreifen müssen. Die Darstellung konzentriert sich jedoch nicht allein auf seine Einschränkung, sondern zeigt ebenso seine Lebensfreude und die liebevolle, mitunter überforderte Beziehung zwischen den Brüdern.
Vom mäßigen Kinoerfolg zum gefeierten Klassiker
Der heutige Bekanntheitsgrad lässt leicht vergessen, dass „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“ an den amerikanischen Kinokassen kein großer finanzieller Erfolg war. Box Office Mojo weist für die ursprüngliche Veröffentlichung rund 10 Millionen US-Dollar Einnahmen in Nordamerika aus. Das American Film Institute nennt auf Grundlage zeitgenössischer Berichte ein Produktionsbudget von 13,5 Millionen US-Dollar, während andere Quellen das Budget mit etwa 11 Millionen US-Dollar angeben.
Die Reaktionen der Filmkritik fielen deutlich positiver aus. Schon zur Veröffentlichung wurde die Besetzung von Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa regelmäßig hervorgehoben, wobei Leonardo DiCaprio einen großen Teil der Aufmerksamkeit erhielt. Neben seiner Oscar-Nominierung wurde er vom National Board of Review als bester Nebendarsteller ausgezeichnet und erhielt eine Golden-Globe-Nominierung. Der Film entwickelte damit eine kulturelle Bedeutung, die weit über sein ursprüngliches Einspielergebnis hinausreichte.
Spannende Fakten über die Produktion von Gilbert Grape

Obwohl die Geschichte mitten im amerikanischen Iowa angesiedelt ist, wurde nicht dort gedreht. Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in Texas statt, unter anderem in Austin und Pflugerville. Für das Haus der Familie Grape nutzte die Produktion ein verlassenes Gebäude in Pflugerville, das für die entsprechenden Szenen tatsächlich in Brand gesetzt wurde.
Auch einige kleinere Details wurden sorgfältig vorbereitet. Foodland war keine frei erfundene Ladenkette, sondern eine eingetragene Marke, deren Verwendung für den Film ausdrücklich genehmigt wurde. Johnny Depp wiederum kannte Peter Hedges’ Roman bereits vor seiner Verpflichtung und las ihn erneut, nachdem er erfahren hatte, dass Lasse Hallström eine Verfilmung plante. Solche Hintergründe zeigen, wie viel Arbeit hinter einem Film steckt, der auf der Leinwand bewusst unspektakulär und nah am amerikanischen Kleinstadtleben erscheint.
Regie, Drehbuch und die besondere Stimmung des Films
Der schwedische Regisseur Lasse Hallström entschied sich für eine zurückhaltende Inszenierung, die den Figuren viel Raum gibt. Peter Hedges adaptierte seinen 1991 erschienenen Roman selbst für das Kino, während der renommierte Kameramann Sven Nykvist für die Bildgestaltung verantwortlich war. Die Geschichte benötigt dadurch weder große dramatische Effekte noch übermäßige Sentimentalität, um emotional zu wirken.
Im Mittelpunkt steht vielmehr das Porträt eines jungen Mannes, der zwischen Pflichtgefühl und dem Wunsch nach einem eigenen Leben feststeckt. Gilberts Beziehung zu Becky eröffnet ihm erstmals eine Perspektive außerhalb der Familie, während die Verantwortung für seine Mutter und Arnie ihn an Endora bindet. Genau diese Mischung aus Tragikomödie, Familiendrama und Coming of Age Geschichte verleiht dem Film eine Nähe, die auch Jahrzehnte nach seiner Entstehung funktioniert.
Fazit: Besetzung von Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa
Die Besetzung von Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa ist ein wesentlicher Grund dafür, dass das Drama mehr als drei Jahrzehnte nach seiner Premiere nicht in Vergessenheit geraten ist. Johnny Depp trägt den Film mit einer ruhigen Hauptrolle, Leonardo DiCaprio lieferte als Teenager eine Leistung ab, die ihm seine erste Oscar-Nominierung einbrachte, und Juliette Lewis, Darlene Cates, Mary Steenburgen sowie John C. Reilly geben der Geschichte zusätzliche Tiefe. Gerade die Mischung aus etablierten Darstellern und damaligen Nachwuchstalenten macht den Cast rückblickend bemerkenswert.
Auch abseits der Schauspieler besitzt der Film eine ungewöhnliche Geschichte. Der mäßige finanzielle Erfolg steht im Kontrast zur Anerkennung der schauspielerischen Leistungen, während die Dreharbeiten in Texas und die Entdeckung von Darlene Cates interessante Einblicke in die Produktion liefern. Lasse Hallström gelang damit ein ruhiges, emotionales Drama über Familie, Pflege, Verantwortung und den schwierigen Wunsch, das eigene Leben nicht aus den Augen zu verlieren.











