Geld

5 Tipps wie Finanzen in der Partnerschaft geregelt werden können

Über Geld redet man in Deutschland bekanntlich nicht, oder doch zumindest nur sehr, sehr ungern. Das gilt leider auch für viele Partnerschaften. Mehr als 60 Prozent der Deutschen wissen grundsätzlich nicht, was der Partner oder die Partnerin verdient.

Wie kann das sein? Muss es nicht auch in der Partnerschaft um Geld gehen? Denn nicht nur beim Thema Heiraten und Familienplanung ist es wichtig, über Geld zu sprechen.

Fünf Tipps von den finanz-heldinnen, wie Finanzen in der Partnerschaft geregelt werden können, und sollten.#

Wer zahlt wann und was und mit welchem Anteil? 

Bei den ersten ein oder zwei Dates mag es noch egal sein, aber wenn man sich dann immer öfter sieht, ist Geld ganz unweigerlich irgendwann, irgendwie ein Thema.

Wer zahlt beim Essen gehen? Wer bei anderen Freizeitaktivitäten? Teilt Ihr 50/50? Zahlt der oder die Besserverdienende komplett oder einfach nur mehr? Oder zahlt Ihr abwechselnd? Wie sieht es bei Urlauben aus?

Wirklich spannend wird es aber, wenn Ihr zusammenzieht. Denn dann geht es um regelmäßige Ausgaben und die läppern sich: Miete, Versicherungen, Telefon und Internet, Einkäufe, Abonnements von Streaming-Diensten oder Zeitungen.

Aber auch die Einrichtung kann ganz schön ins Geld gehen.

Spätestens dann braucht es klare Regeln, damit es nicht irgendwann Streit um das liebe Geld gibt. Dabei geht es um Grundsätzliches, als nur die nächste mehr oder weniger große Rechnung oder Ausgabe.

Sprecht über Euer Money Mindset

Denn es tickt nun mal nicht jeder gleich, wenn es um Geld geht. Natürlich nicht. Vielleicht ist sie eher sparsam, während er viel zu viel ausgibt – zumindest in ihren Augen.

Sie legt Wert auf Sicherheit, er geht bei seinen Investments viel größere Risiken ein.

Sie gibt vermeintlich zu viel für Klamotten aus, er versenkt das Geld mit seinen Oldtimern. Oder umgekehrt. Vielleicht giert sie nach ihrer ersten Million, während ihm Geld gar nicht wichtig ist. Es geht um die Einstellung zum Geld, um das „Money Mindset“ in der Partnerschaft.

Die Bedeutung von Geld ist vielschichtig und auch sehr individuell.

Für jeden Menschen bedeute es etwas anderes, abhängig von seinen sozialen Prägungen, seinen verinnerlichten Glaubenssätzen und seiner Lebenssituation. Mal geht es schlicht um den ausgeglichenen Dispo, mal um finanzielle Freiheit oder eben auch um großen Reichtum.

Oder all das ist einfach total egal. Wer weiß, wie der andere über Geld denkt, kann Finanzielles in der Beziehung entsprechend regeln und vielen Problemen aus dem Weg gehen.

Gemeinsame oder getrennte Konten

Es ist wichtig, in einer Partnerschaft einen gemeinsamen Weg zu finden, wenn es um Geld geht. Es gilt einen Weg für die eigenen und für die gemeinsamen Finanzen zu finden. Beim Zusammenziehen, also mit der ersten gemeinsamen Wohnung wird das Thema ziemlich relevant.

Manche Paare entscheiden sich, ihre Finanzen komplett zusammenzulegen, einfach alles in einen Topf zu werfen. Sie haben dann nur noch ein Konto, auf das sie gemeinsam zugreifen.

Dann sollte aber ihr Money Mindset recht ähnlich sein, sonst könnte es Stress geben.

Andere Paare entscheiden sich dafür, ihre Konten weiterhin strikt zu trennen. Das mag im Zweifelsfall eine sichere Lösung sein, ist im Alltag aber leider oft unpraktisch. Denn es gibt eben viele gemeinsame Ausgaben von Miete und Nebenkosten über Versicherungen hin zu den Lebensmitteln.

Da verliert man schnell den Überblick darüber, wer was wann bezahlt hat und ob das alles noch gerecht ist.

In der Praxis hat sich das Drei-Konten-Modell bewährt. Jede:r behält sein Girokonto und für alle gemeinsamen Ausgaben gibt es ein Gemeinschaftskonto. Darauf zahlen dann beide ein.

Das Budget sollte mindestens die laufenden Kosten der Wohnung und des Alltags decken. Ein kleines bisschen mehr schadet aber auch nicht, um Rücklagen für eine Renovierung oder den Urlaub zu bilden.

Das eigene Gehalt geht also weiter auf das persönliche Konto. Von dort überweist jede:r monatliche per Dauerauftrag seinen persönlichen Anteil am Haushaltsbudget auf das Gemeinschaftskonto.

Aber wie hoch ist dieser Anteil? 50/50 ist nicht immer die beste Lösung, und vor allem nicht immer fair.

Die Kosten fair aufteilen

Partner:innen verdienen oft recht unterschiedlich. Mitunter liegt das am Alter und der bereits erreichten Stufe auf der Karriereleiter. Oder es sind einfach die ganz unterschiedlichen Berufe:

Rechtsanwält:innen verdienen mehr als Pfleger:innen, Assistent:innen weniger als Geschäftsführer:innen.

Wie auch immer die Situation in der Beziehung aussieht, es gilt eine faire Lösung für die gemeinsamen Finanzen zu finden. Am einfachsten ist es natürlich, wenn beide jeweils die Hälfte der gemeinsamen Kosten tragen.

Das klingt auf jeden Fall fair, vor allem, wenn beide gleich viel verdienen.

Tritt aber eine:r von beiden beruflich vorübergehend kürzer, weil vielleicht eine Weiterbildung oder sogar die Elternschaft ansteht, wird der oder diejenige mit dem niedrigeren Gehalt schlechter gestellt.

Da kann früher oder später zu Stress führen. In den meisten Partnerschaften verdient sowieso eine:r mehr.

Deshalb ist es eine fairere Lösung, dass der oder die Besserverdienende auch einen höheren Anteil der Kosten trägt. Das kann prozentual entsprechend dem Gehaltsunterschied sein oder nach einer anderen, sehr individuellen Formel gelöst werden.

Und wenn eine:r gar nichts verdient?

Auch dann sollten über eine Lösung nachgedacht werden, wie das gemeinsame Leben finanziert werden soll.

Jede Ehe ist ein Vertrag

Mit Romantik mag es wenig zu tun haben, aber spätestens, wenn die Hochzeit ansteht, sollten Paare sich ein paar Gedanken über das liebe Geld machen.

Ein Ehevertrag ist unromantisch, heißt es immer.

Aber was wir beim Standesamt unterschrieben, ist auch nichts anderes als ein Vertrag. Denn dann gelten die gesetzlichen Regelungen. Mit einem Ehevertrag können Paare ihre Finanzen individuell regeln.

Das kann viel Sinn ergeben. Manchmal kommt man aber auch zu dem Schluss, dass die gesetzliche Regelung passt.

Per Gesetz gilt die Zugewinngemeinschaft. Jedem Partner beziehungsweise jeder Partnerin gehört das, war er oder sie in die Ehe mit einbringt. Kommt es zur Scheidung, müssen die Gewinne, die während der Ehe erwirtschaftet wurden, geteilt werden.

Per Ehevertrag kann stattdessen eine Gütertrennung oder eine Gütergemeinschaft vereinbart werden. Der Zugewinn kann auch modifiziert werden, indem beispielsweise bestimmte Vermögensbestandteile wie Immobilien oder der Familienbetrieb ausgeklammert werden.

Auch der Unterhalt im Falle der Scheidung kann ein Stück weit geregelt werden.

Nicht ausschließen darf man allerdings den Trennungsunterhalt, also die Finanzhilfe während des gesetzlich vorgeschriebenen Trennungsjahres, und natürlich den Unterhalt für die gemeinsamen Kinder.

Für den Versorgungsausgleich gibt es ebenfalls klare gesetzliche Regeln, die sich aber auch individuell gestalten lassen.

Das Gesetz sagt:

Bei einer Scheidung müssen Ehepartner:innen ihre während der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften zur Hälfte der oder dem anderen gutschreiben.

Es wird also halbe-halbe gemacht. Das betrifft die gesetzliche Rente, aber auch die Betriebs-, Riester oder private Rente. Diesen Ausgleich können die Ehepartner allerdings komplett ausschließen, beispielsweise, wenn beide bereits ausreichend vorgesorgt haben.

Diese Themen sind aber sehr heikel, es geht schließlich um die finanzielle Zukunft. Beratung ist hier absolut unverzichtbar.

Auch über ein Testament sollten Ehepaare so früh wie möglich nachdenken. Wer soll was erben? Muss das individuell geklärt und in einem letzten Willen festgehalten werden, oder reicht die gesetzliche Lösung?

Viele Themen über die es sich lohnt zu sprechen.

Schließlich soll die Beziehung ja auf einer soliden Basis stehen und da gehören die Finanzen auf jeden Fall dazu. Und wann sprecht Ihr in Eurer Beziehung über Geld?

Über die finanz-heldinnen:

Die Initiative finanz-heldinnen hat es sich zum Ziel gesetzt, Frauen für Finanzen zu begeistern und sie mittels Wissensformaten auf dem Weg in ihre finanzielle Zukunft zu begleiten.

Denn Finanzen können Spaß machen und begegnen uns in jeder Lebenssituation.

Deshalb klären die finanz-heldinnen auf, diskutieren und regen zu neuen Gedanken an. Egal ob auf ihrem Instagram Account –finanzheldinnen, im wöchentlichen Podcast ‚Schwungmasse‘ oder in ihrem Buch „Der Finanzplaner für Frauen“.

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2 Kommentare

  1. […] 5 Tipps wie Finanzen in der Partnerschaft geregelt werden können […]

  2. […] dann sollte sie sich lieber diesen Artikel durchlesen, bevor sie ihren jüngeren Partner heiratet: 5 Tipps wie Finanzen in der Partnerschaft geregelt werden können“ […]

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