Beziehung

Heiraten – eine Idee von gestern?

Artlando Wandbilder

Immer mehr Paare entscheiden sich für ein ungezwungenes, mitunter gar offenes Zusammenleben. Hat die klassische Idee der Ehe ausgedient? Eine berechtigte Frage. Sachlich betrachtet sprechen ebenso Gründe für wie gegen den Gang zum Altar. 

Ja zum Trauschein 

Finanzielle Aspekte 

  • Eine Ehe bietet jungen Paaren finanzielle Vorteile. Geringverdienende Partner können bei dem jeweils anderen mitversichert werden und haben so eine Sorge weniger. 
  • Bei der Steuererklärung könne sich beide gemeinsam veranschlagen lassen. Das Dokument muss nur einmal ausgefüllt werden. Auch das lohnt sich vor allem bei deutlichen Verdienstunterschieden. 
  • Der Trauschein wirkt sich positiv auf die Schenkungs- und Erbschaftssteuer aus. Die Freibeträge liegen deutlich höher als für Alleinstehende. 
  • Ist ein Partner verbeamtet, erhält er in einigen Bundesländern als Teil einer Ehe sogar einen Gehaltszuschlag. 

Vorteile für Familien 

Verheiratete Partner tragen automatisch den gleichen Nachnamen. Solang sie kinderlos bleiben, trägt dieser Umstand hauptsächlich symbolisch zum Zusammengehörigkeitsgefühl bei. 

Kommen Kinder ins Spiel, wird es spannender. Die Nachkommen erhalten sofort ebenfalls den gemeinsamen Nachnahmen. Damit ist in Kita und Schule sofort klar, wer zu wem gehört. Es klingt komisch, kann aber mit Sicherheit von vielen unverheirateten Paaren bestätigt werden: Heißt der Papa nicht wie seine Tochter, wird ihm mit Skepsis begegnet.

Andersherum genauso. Auch die Lehrerin in der Ansprache dauernd korrigieren zu müssen, kann mit der Zeit unangenehm werden. 

Richtig kompliziert wird es in medizinischen Angelegenheiten, in denen nur der offizielle Ehepartner auskunftsberechtigt ist. Das gilt, solange die Zugehörigkeit nicht nachgewiesen ist, sogar für die Belange gemeinsamer Kinder. 

Symbolische Einheit 

Die Symbolwirkung Trauungs-Zeremonie ist nicht zu unterschätzen. Allein die Vorbereitungen zu einer Hochzeitsfeier und die große Geste, in die die Ringübergabe gekleidet wird, zeigen gegenseitige Wertschätzung auf. 

Das Paar lässt sich auf eine Bindung ein, in der es sich lebenslangen Schutz verspricht (Bis das der Tod euch scheidet…). 

Damit erhalten zwei mündige Erwachsene eine emotionale Sicherheit, im Idealfall die Stütze, die es braucht, um den Widrigkeiten des Lebens zu begegnen. Eine Konstante, die durch das dauerhafte Tragen der wertvollen Eheringe im Gedächtnis gehalten wird. 

Heiraten? Warum nicht? 

heiraten gründe dagegen

Dennoch – man sollte nicht vergessen, dass eben dieser Ring nicht immer als Symbol einer gleichberechtigten Partnerschaft galt. In der Antike wurde er als Beweis für die Zugehörigkeit der Frau zu einem Mann verstanden. Er verpflichtete sie, sich ihm unterzuordnen. So gesehen, wird das hübsche Schmuckstück zu einem Symbol der Abhängigkeit. 

Tatsächlich ist die Ehe eben bis heute auch genau das. Die gegenseitigen Verpflichtungen gelten schließlich über die anfängliche Liebe hinaus. 

  • Es ist unwahrscheinlich, dass eine Partnerschaft auf ewig harmonisch verläuft. 
  • Mitunter stehen sich beide Parteien in ihrer Entwicklung im Weg. 
  • Eine Scheidung ist teuer. 
  • Hinzu kommt der gesellschaftliche Druck. 

Trennung ist das eine, Scheidung aber mit einem Stigma belegt. Scheidung mit Kindern nahezu untragbar. Zumal die finanziellen Vorteile in diesem Fall spontan verloren gehen und es kein wirkliches effektives System gibt, dass den schlechter verdienenden Partner vor dem finanziellen Abstieg bewahrt.

In solchen Fällen kann das Ende der Ehe zu nicht ausgleichbaren finanziellen Verlusten führen. Sind Kinder da, verschärft sich die Situation. 

Die Ehe als Symbol 

Unterm Strich bleibt die Ehe in ihrer Symbolwirkung ein schönes Ritual. Ein Versprechen, das Hoffnung schenkt und in diesem Sinne erhalten bleiben sollte.

Ihre Verknüpfung mit weltlichen Belangen erscheint jedoch wenig zeitgemäß und führt in einer offenen Gesellschaft mitunter zu Nachteilen, denen man sich im Voraus bewusst sein sollte. 

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