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PoS-Aufmerksamkeit, Schutz und Informationen: Das große ABC wirklich passender Produktverpackungen 

Ohne Verpackungen geht bei Produkten nichts mehr. Doch was zeichnet hochwertige Verpackungen wirklich aus? In diesem Ratgeber erfährst du, worauf es beim Gestalten einer Produktverpackung ankommt. 

Inhalte:

1. Diese Funktionen hat eine Verpackung 
2. Verpackung an Zielgruppe und Produkt anpassen 
2.1. Wichtige Eigenschaften einer Produktverpackung 
2.2. Pflichtkennzeichnungen: Was laut Gesetz auf der Verpackung stehen muss 
3. Verpackung gestalten: Do it yourself oder mit professioneller Hilfe? 
4. Weitere Tipps rund um die Verpackung 
4.1. Verpackungen von der Zielgruppe testen lassen 
4.2. Verpackungsdesign mit der Zeit ändern 
5. No-Gos bei der Verpackung 
6. Fazit 

Diese Funktion hat eine Verpackung

Bevor du eine Verpackung gestaltest und herstellst, solltest du die Funktionen kennen, die sie erfüllen muss. Es gibt mindestens sechs Funktionen, die relevant sind: 

  • Schutz des Inhalts
  • Lagerfähigkeit 
  • Transportfähigkeit 
  • Marketing 
  • Information 
  • Entnahme, bzw. Dosieren 

Der Schutz des Inhalts ist bei fast allen Produkten unumgänglich. Die Verpackung muss ihren Inhalt beisammen halten und vor Verschmutzung und Beschädigung schützen. Dabei geht es um die konkreten Bedürfnisse, die das Produkt an seine Verpackung stellt.

Ein Nahrungsergänzungsmittel profitiert vielleicht von einem UV-Schutz, während feuchte Ware vor dem Austrocknen geschützt werden muss. 
 
Die Lager- und Transportfähigkeit soll diese Prozesse effizient und kostengünstig halten. Im besten Fall lassen sich die Packungen einfach übereinander stapeln. Doch nicht alle Produkte sind so gleichmäßig geformt. Meist lassen sich aber selbst dann noch Lösungen finden.

Zum Beispiel können Standbodenbeutel in separate Kartons gepackt werden. 
 
Die Marketing- und Informationsfunktion bezieht sich auf das Design. In den meisten Fällen handelt es sich um Aufdrucke. Das Design umfasst oft bunte Bilder, Beschriftungen und Logos. Zu den Informationen zählen unter anderem Zutaten und Kalorienangaben auf Lebensmitteln oder ein Verfallsdatum. 
 
Mit Entnahme, bzw. Dosieren ist gemeint, wie sich die Verpackung öffnen lässt. Kann der Verbraucher sie einfach aufreißen oder muss die Ware besonders gut gegen Diebstahl gesichert werden? Dosierbare Inhalte wie Hundeleckerlies, Mini-Salamis oder Milch sollten wiederverschließbar sein.

Diese Funktion erhält die Frische des Produkts. 

Verpackung an Zielgruppe und Produkt anpassen

verpackung na Zielgruppe anpassen

Eine Verpackung zufällig zu erstellen, wird in den meisten Fällen nicht funktionieren. Entweder ist die Packung dann nicht für das Produkt geeignet, oder die Zielgruppe ist nicht daran interessiert.

Aus diesen Gründen ist es wichtig, eine Produktverpackung sorgfältig zu gestalten und jede Eigenschaft zu durchdenken

Wichtige Eigenschaften einer Produktverpackung 

Um die Verpackung an Produkt und Konsument anzupassen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die von Bedeutung sind. Nicht immer zählen die Bedürfnisse der Zielgruppe so viel wie die des Produktes.

Das lässt sich gut an einem Beispiel bei der Wahl des Verpackungsmaterials verdeutlichen. 

Das Tetra Pak zählt zu den bekanntesten Markenverpackungen. Für Milch ist die mit Kunststoff beschichtete Papierverpackung auslaufsicher und schützt den Inhalt.

Damit ist es aus Produktsicht die ideale Verpackung.

Hersteller und Logistiker sparen außerdem durch das leichte Gewicht und die gute Stapelbarkeit. Einige Konsumenten lehnen Tetra Paks aber ab, weil sie zu viel Müll darstellen. Ist die Zielgruppe besonders nachhaltig, könnte eine Glasflasche für Milch daher die bessere Wahl sein. 

Dieses Beispiel zeigt, dass nicht nur der Inhalt die Verpackung bestimmt, sondern auch die Zielgruppe.

Hersteller und Logistik-Unternehmen nehmen das höhere Gesamtgewicht genauso in Kauf – genau wie das erhöhte Bruchrisiko beim Transport. Die Mehrkosten werden allerdings auf die Käufer übertragen.

Produktverpackungen lassen sich aber auch in anderen Eigenschaften an das Produkt und die Zielgruppe anpassen: 

  • Form: Mit speziellen Formen lassen sich bestimmte Zielgruppen besser ansprechen. 
  • Verschlüsse: Es gibt große und kleine, runde und eckige, aber auch kindersichere und wiederverschließbare. 
  • Farben: Mit gut ausgesuchten Farben lassen sich der Wiedererkennungswert steigern und Emotionen auslösen. 
  • Schriftarten: Diese unterstreichen das Image des Produktes und lösen ebenfalls Emotionen aus.

Pflichtkennzeichnungen: Was laut Gesetz auf der Verpackung stehen muss

was laut gesetz auf der verpackung stehen muss

Manche Eigenschaften von Verpackungen dürfen die Hersteller nicht selbst bestimmen. Bei vielen Produkten in der Europäischen Union gibt es Pflichtkennzeichnungen.

Diese sind in Deutschland im Verpackungsgesetz definiert.

Zum Teil bestehen auch Richtlinien der EU. Welche Informationen verpflichtend auf einer Verpackung zu finden sein müssen, hängt vor allem vom Produkt ab.

Bei Lebensmitteln gelten laut der Verbraucherzentrale folgende Pflichtkennzeichnungen: 

  • korrekte Bezeichnung des Lebensmittels 
  • Zutatenverzeichnis mit besonders hervorgehobenen Allergenen 
  • Nährwerte (wie Fett, Protein oder Salz) 
  • Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum 
  • Nettofüllmenge 
  • Firmenname und Adresse 

Verpackung gestalten: Do-It-Yourself oder mit professioneller Hilfe?

verpackung gestalten

Wie du siehst, gibt es rund um Verpackungen einiges zu beachten. Manche Angaben sind sogar gesetzlich vorgeschrieben. Bei einem Verstoß kann es daher zu ernsten Schwierigkeiten kommen.

Da liegt die Frage nahe, ob man die Verpackung wirklich selbst gestalten möchte oder nicht doch lieber einen professionellen Verpackungsdesigner beauftragt.

Die Kosten für diesen Service sind natürlich deutlich höher als bei der Selbstproduktion. Doch dafür kannst du dich darauf verlassen, dass das Design alle Eigenschaften aufweist, die es für den Erfolg braucht. 

Beim Do-It-Yourself kannst du deiner Kreativität hingegen freien Raum lassen und die Verpackung nach allen Regeln der Kunst gestalten.

Bei dieser Arbeit musst du übrigens nicht mit Papier und Buntstiften arbeiten. Viel leichter geht es mit speziellen Programmen am Computer, die häufig kostenpflichtig sind.

Außerdem solltest du Online-Designer nutzen. Dabei handelt es sich um kleine Programme, die speziell auf das Design von Produktverpackungen zugeschnitten sind.  

Als weitere Option kannst du den Konfigurator-Service von Online-Anbietern nutzen, um deine individuelle Verpackungsvorlage zu gestalten und sie anschließend kostenlos herunterzuladen.

Dafür sind nur wenige Schritte erforderlich: Unter anderem legst du fest, welche Maße und welche Ausstattungsmerkmale deine Verpackung haben soll.

Nach der Konfiguration bleibt es dir überlassen, ob du aus der Vorlage selbst deine Verpackung kreieren oder das doch lieber einem professionellen Anbieter überlassen willst. 

Weitere Tipps rund um die Verpackung

Mit dem Thema Verpackung können sich Experten ein ganzes Leben lang befassen. Daher findest du in diesem Abschnitt noch einige weitere Tipps, die dir den Umgang mit Verpackungen erleichtern.

Beachtest du diese Tipps, kannst du weitere Vorteile erlangen.

Verpackungen von der Zielgruppe testen lassen

Bevor ein Unternehmen ein neues Produkt oder ein Produkt mit einer neuen Verpackung veröffentlicht, besteht immer eine gewisse Unsicherheit.

  • Wird den Kunden die Verpackung gefallen?
  • Sollte das Design vielleicht doch noch einmal überarbeitet werden?

Wer sich Fragen wie diese stellt und nichts dem Zufall überlassen möchte, sollte sich an ein Marktforschungsunternehmen wenden. Diese haben die Möglichkeiten, um Umfragen bei der gewünschten Zielgruppe durchzuführen.

Dadurch sind sie auch in der Lage, Bewertungen der potenziellen Käufer schon vor dem Release zu ermitteln. 

Verpackungsdesign mit der Zeit ändern 

Ist die Veröffentlichung erfolgreich verlaufen und verkauft sich das verpackte Produkt gut, sollte das Thema jedoch noch nicht abgeschlossen sein.

Mit der Zeit solltest du ein neues Design auf den Markt bringen, um gegebenenfalls neue gesetzliche Regelungen umzusetzen oder um der Zielgruppe neue sensorische Anreize zu setzen. Dabei gilt es auch, Trends zu erkennen und umzusetzen.

No-Gos bei der Verpackung

no go bei der verpackung

Anhand der bisher genannten Eigenschaften, wie eine Verpackung sein soll, lassen sich auch einige Punkte ableiten, was gar nicht geht. Dazu zählen Verpackungen, die weder zum Produkt noch zum Kunden passen.

Um in Justizfragen auf der sicheren Seite zu stehen, darfst du auf keinen Fall eventuelle Pflichtkennzeichnungen weglassen oder durch irreführende Bezeichnungen den Kunden verwirren. 

Darüber hinaus gibt es weitere No-Gos, die dir einfach das Geschäft ruinieren. Unschöne Designs, die unangenehme Gefühle in potenziellen Käufern auslösen, zählen dazu.

Außerdem sollte bewusst auf umwelt- und gesundheitsschädliche Verpackungen verzichtet werden, weil diese nicht mehr zeitgemäß sind. 

Fazit

Die Welt der Verpackungen ist groß. Wer als Produzent mithalten möchte, muss ein gutes Verständnis für diese Thematik besitzen oder einen hervorragenden Designer beschäftigen.

Die Verpackung eines Produktes erfordert noch mehr Überlegungen als das Design des Unternehmens an sich.

Anders als bei einem Unternehmenslogo oder Corporate Design gibt es nämlich leider keine universell richtige Verpackung für jedes Produkt auf dem Markt.

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