Berufliche Neuorientierung, der Weg in die Selbständigkeit

Lebst du aktuell dein Potential? Siehst du den Sinn in deiner Arbeit, stehst du zu 100% dahinter? Bist du aktuell zufrieden, glücklich? Bist du draußen in der Arena und stehst für das ein, was dir wichtig ist oder schaust du nur zu? Wie wird es dir ergehen, wenn es dem Ende zugeht. Kannst du dann auf dein Leben zurückblicken und siehst, was du erschaffen, geschafft hast?

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich habe bisher immer nur Dinge bereut, die ich nicht gemacht habe.

Ich habe nichts bereut, was schief gegangen ist. Niederlagen waren immer ein Wachstumsfeld. Deswegen lade ich dich ein, mit mir auf die Reise in das Thema „berufliche Neuorientierung, der Weg in die Selbständigkeit“ zu gehen.

Warum berufliche Neuorientierung?

Meine erste Neuorientierung hatte ich, als beide Kinder im Kindergarten waren. Plötzlich hatte ich mehr Zeit und das starke Bedürfnis, mal wieder etwas für mich zu machen.

Mir persönlich waren Fotos meiner Kinder und innige Fotos von mir mit den Kindern sehr wichtig. So schlidderte ich mit Karacho in die Familienfotografie. Die Abgabe der Fotos an die Familien und deren Freude darüber war sehr erfüllend!

Meine zweite Neuorientierung wurde durch Corona und den ersten Lockdown ausgelöst, mir fehlte plötzlich der Sinn in der Fotografie. Ich hatte mich weiterentwickelt.

Im Moment präsent zu sein, war mir nun wichtiger als schöne Fotos. Erste psychische oder physische Signale spürte ich schon 1-2 Jahre vorher, ignorierte sie jedoch, weil ich im Alltagstrott feststeckte. Ich war nach Fotoshootings komplett „leer“, schlief schlecht, hatte Probleme mit der Schulter und dem Ellenbogen.

Oft „traut“ sich der Wunsch nach Weiterentwicklung erst ins Bewusstsein, wenn es einen Einschnitt im Leben gibt. Wenn du in deinen Routinen gefangen bist und rotierst, hast du oft nicht die Zeit über den Sinn nachzudenken.

Du nimmst körperliche Signale oder Ermüdungserscheinungen als „normal“ hin. Wahrscheinlich fehlt dir die Energie, über eine Veränderung nachzudenken. Zudem heißt es „never touch a running system“.

Ein Wechsel ist anstrengend, kostet Zeit, Kraft und Mut. Es gibt keine Erfolgsgarantie, aber viele Ängste und Ausreden.

Warum solltest du trotzdem unbedingt auf deine Signale hören und einen Neustart wagen?

  • Um für dich deinen Sinn auszuleben. Mache das, was aus deinem Herzen kommt.
  • Brich für deine Selbstverwirklichung aus deinem Hamsterrad aus.
  • Probiere es wenigstens – damit du es nicht irgendwann bereust!
  • Mache etwas Gutes für Andere und damit die Welt ein Stückchen schöner.

Bist du ein Unternehmertyp?

Du verspürst den Wunsch, dein eigener Chef zu sein? Du hast vielleicht schon eine Businessidee? 

Bevor du nun durchstartest und den großen Schritt wagst, frage dich, ob du die nötigen Voraussetzungen mitbringst. Du findest ausführliche Tests dazu im Internet (z.B. gruenderservice.at/unternehmertest).

Ich gebe dir hier ein paar Eigenschaften mit, die sich bei mir in 8 Jahren Selbständigkeit herauskristallisiert haben:

Eigenschaften Selbstständigkeit

Du brauchst Mut

Du gehst raus. Du polarisierst, um deine Zielgruppe anzusprechen. Du wirst Gegenwind bekommen und Niederlagen erleben. Das Verlassen der Komfortzone braucht Mut, aber du schaffst das! Sei verletzlich, lass dich von deiner „Scham“ nicht in die Knie zwingen oder auf den Beobachterposten. (Quelle: Brené Brown)

Du brauchst das richtige Mindset

Ein dynamisches Selbstbild (Quelle: Carol Dweck). Mit der richtigen Einstellung kannst du alles schaffen. Du kannst an dir arbeiten, deine Fähigkeiten erweitern, einen Weg finden.

Wirklich ALLES ist möglich. Es gibt keinen einzigen Grund, warum du es nicht schaffen kannst!

Begeisterung

Du brauchst eine große Begeisterung für dein Thema und ein starkes Warum, einen starken Antrieb. Damit kannst du auch andere von deiner Idee überzeugen: Kunden, Partner und Mitarbeiter. Und natürlich auch für dich, als Motivation in anstrengenden Phasen.

Durchhaltevermögen

Du brauchst Durchhaltevermögen, meistere Herausforderungen, passe immer wieder die Details an, bleibe am Ball. Es wird Zeit brauchen, es wird Rückschläge geben.

Habe auch die Bereitschaft, phasenweise mehr zu arbeiten. Eine Selbständigkeit ist in der Regel kein gemütlicher nine to five job.

Weiterbildung

Die ständige Bereitschaft sich weiterzubilden, neueste Entwicklungen am Markt zu kennen. Hast du auch die Bereitschaft, dich mit Themen auseinanderzusetzen, die dir nicht liegen? Z.B. kaufmännische oder technische Kenntnisse, mein „Lieblingsthema“ DSGVO. Oder hast du die Mittel, diese auszulagern?

Risiko

Eine Risikobereitschaft: Du wirst nicht gleich ein regelmäßiges und stabiles Einkommen haben, für deinen Erfolg gibt es keine Garantie.

Möchtest du die Verantwortung übernehmen? Oder fühlst du dich wohler und beschützter als Angestellte? Arbeite an dir, sei die beste Version deiner selbst. Beschäftige dich mit deiner Persönlichkeitsentwicklung!

Du musst nicht alle Punkte sofort abhacken. Du brauchst im ersten Schritt nur die Bereitschaft, dich damit auseinander zu setzen, dich zu entwickeln. Du wirst mit der Zeit zusammen mit deinem Unternehmen wachsen.

Wenn ein Punkt dabei ist, mit dem du dich auf gar keinen Fall anfreunden willst, frage dich, ob und wie du ihn umgehen kannst.

Diese Liste vor sich zu haben, löst bei mir einen WOW-Moment aus. Allein sich die Punkte bewusst zu machen und daran zu arbeiten, wird eine unglaublich starke Frau aus dir machen!

Was mich im fortgeschrittenen Alter zur beruflichen Neuorientierung bewegt?

berufliche Neuorientierung

Aus Japan kommt das Ikigai. Frei übersetzt bedeutet das: „wofür es sich zu leben lohnt“, „die Freude und das Lebensziel“ oder salopp ausgedrückt „das Gefühl, etwas zu haben, für das es sich lohnt morgens aufzustehen“ (Quelle: Wikipedia).

Das Ikigai ist die Schnittmenge aus:

  • Was du liebst
  • Was die Welt braucht
  • Worin du gut bist
  • Wofür du bezahlt werden kannst

Die Menschen, die ihr Ikigai leben, arbeiten bis zum Ende ihres Lebens. Wenn man etwas gefunden hat, was einen zu 100% erfüllt, dann verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit.

Man macht seine Arbeit gerne und es fühlt sich nicht wie Arbeit an. Man hilft anderen Menschen damit. Man macht die Welt schöner. Man kann sich nicht vorstellen, jemals damit aufzuhören.

Meine Eltern sind mir in diesem Punkt ein Vorbild, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, dass sie mit Anfang 80 zu viel arbeiten.

Aber: Die Arbeit erfüllt sie, sie können nicht anders und sie sind körperlich und geistig fit. Ich habe als Tochter akzeptiert, dass sie bis zum Schluss arbeiten werden.

Darfst du deine Fähigkeiten anderen vorenthalten, weil du glaubst, zu alt für eine Neuorientierung zu sein?

Oder anders gefragt: Bist du nicht verpflichtet, dein Wissen, deine Lebenserfahrung zu teilen, weiterzugeben? Überleg mal, wieviel Gutes du damit bewirken kannst!

Wie gelingt die Neuorientierung? Wie findest du zu deiner Geschäftsidee, deiner Nische?

Geschäftsidee

Ich empfehle dir einen ausgebildeten Coach für deine Findung. Warum? Ein Coach stellt dir Fragen, reißt dich aus gewohnten Denkschleifen, du findest selbst zur Lösung.

Warum weiß ich das so genau? Als ich startete, war ich noch kein Coach und wollte meinen Kundinnen meine Ideen „aufdrücken“. Bei einer Kundin wurde ich sehr kreativ in meinen Ausführungen.

Versuchte ihr mit unterschiedlichen Methoden schmackhaft zu machen, warum sie ihr Business „genau so“ machen sollte. Sah es fast als persönliche Herausforderung an, sie doch noch zu überzeugen.

Das kann nicht funktionieren! In meiner Ausbildung zum Coach durfte ich die Kraft des Coachings dann am eigenen Körper erfahren.

Ein Coach geht den Dingen auf den Grund und lässt dich herausfinden, was du gut kannst. Sie lässt dich andere Bereiche in deinem Leben anschauen, unterstützt dich, den Transfer herzustellen.

Durchbricht Denkmuster. Die Fragen wirken wie eine Windmaschine, die den Nebel wegbläst. Der Nebel in deinem Kopf lichtet sich.

Im ersten Schritt findest du eine Richtung. Du findest heraus, was du gut kannst und was du gerne machst. Im zweiten Schritt schaust du nun, was deine Zielgruppe, deine Nische braucht und wofür sie eine Preisbereitschaft hat. Das wird dann dein Produkt, deine Geschäftsidee.

Eine starke Idee kann in wenigen Worten erklärt werden. Sie löst ein Problem deines Kunden. Als Marketer versuchst du nicht Kunden für dein Angebot zu finden, sondern eine Lösung für das Problem deines Kunden. Denke immer aus Kundensicht!

Woher weißt du, was dein Kunde braucht?

Gehe raus, sprich mit Menschen. Werde in Gruppen aktiv. Lies Kommentare in Posts. Biete kurze und kostenlose Beratungen an.

Sauge wie ein Schwamm alle Informationen auf, die du bekommen kannst. Sammle diese Formulierungen deiner Zielgruppe in einem Dokument.

Wer hilft bei beruflicher Neuorientierung?

Du bringst die Eigenschaften zur Unternehmerin mit, du hast dein Ikigai gefunden. Wie geht es weiter? Wie kommst du in die Sichtbarkeit und zu Kunden?

In meiner ersten Selbständigkeit als Fotografin war ich Onlinekurs Junky. Ich entdeckte eine Plattform in den USA, wo ich 3-Tages Kurse von Profis kaufen konnte.

Das Besondere: keine allgemeinen Fotokurse, sondern sehr spezialisiert und mit Marketing und Business Tipps gespickt. Ich kaufte immer wieder Kurse und „inhalierte“ diese. Für die Fotografie funktionierte diese Strategie sehr gut.

In meiner zweiten Selbständigkeit versuchte ich es erst selber. Rannte mit Vollgas zuerst nach links, spürte, dass es sich nicht richtig anfühlt. Rannte nach rechts, wieder nicht stimmig.

Ich abonnierte massenhaft Newsletter, analysierte Freebies, wälzte mich durch Bücher. Coachte kostenlos mit sehr großen Erfolgen und sehr erfüllend. Ich wusste, ich bin auf dem richtigen Weg, brauchte aber Unterstützung und leistete mir eine Mentorin.

Mit ihr fand ich die stimmige Mitte und entledigte mich des Ballasts – Dinge, von denen ich glaubte, zusätzlich noch anbieten zu müssen. Der Blick von außen ist meist sehr befreiend.

Zusammengefasst gibt es diese 3 Wege oder eine Kombination daraus:

  1. Trial and error, werde zur Expertin, lies dich ein, nimm alle Blogartikel und Freebies mit, die du finden kannst. Kaufe und lies Fachbücher. Beobachte und analysiere die Strategien der Großen.
  2. Mache in Gruppenprogrammen oder Onlinekursen mit, die dir sympathisch sind.
  3. Leiste dir einen Mentor. Jemanden, der sich gut auskennt, den gleichen Weg gegangen ist und dir durch den Dschungel hilft. Lass dich unterstützen und an die Hand nehmen, du musst das Rad nicht neu erfinden. Lass dir einen Weg zeigen, der erwiesen funktioniert.

Spüre in dich und schaue, wie du am besten arbeiten kannst. Bist du ein Wissenschaftler Typ, liest und recherchierst du gerne und versuchst es alleine? Oder kannst du gut mit einem Online Kurs lernen.

Hast du die Disziplin ihn auch wirklich zu machen oder verstaubt er in einer Schublade. Oder wünschst du dir individuelle und persönliche Hilfe, hin und wieder einen Schubser in die richtige Richtung.

Natürlich ist das auch eine finanzielle Frage.

Checkliste für die berufliche Neuorientierung

Checkliste für berufliche Neuorientierung

Hier ein Überblick und der grobe Ablauf einer Selbständigkeit – aus meinem Blog-Artikel „Sich selbständig machen – Schritt für Schritt zum Erfolg“:

Was möchstest du machen?

  • Deine Geschäftsidee: Was kannst du besonders gut und machst du besonders gern, wofür gibt es einen Markt und eine Preisbereitschaft. Du erinnerst dich, dein Ikigai.
  • Erarbeite deine genaue Positionierung: Wer bist du, welche Werte vertrittst du, was ist dein Warum, deine Motivation, wer ist deine Zielgruppe, mit welchem Produkt willst du nach außen gehen, was ist dein USP, wer ist deine Konkurrenz.

Was sind die Voraussetzungen, um deine Idee umzusetzen?

  • Persönliche Voraussetzungen: Bist du ein Unternehmertyp?
  • Ausreichende fachliche Qualifikationen?
  • Benötigst du eine Gewerbeberechtigung und erfüllst du die Auflagen dafür?
  • Welche Rechtsform? (Einzelunternehmer, GmbH,…)
  • Steuern und Buchhaltung? Startest du als Kleinunternehmer und Umsatzsteuerbefreit?
  • Sozialversicherung & Altersvorsorge?
  • Wie sieht es mit weiteren Versicherungen (Betriebshaftpflicht, Firmenrechtsschutz,…) aus?
  • Wie steht es um deine Finanzierung? Musst du etwas anmieten, investieren, wie hoch sind deine fixen Kosten, etc?
  • Benötigst du Kapital?
  • Stehen dir Förderungen zu?
  • Benötigst du noch weitere Ausbildungen?

Wie setzt du deine Idee um?

  • Definiere im Detail dein Produkt/Dienstleistung und mache eine Kostenrechnung, inkl. aller erwarteter Kosten und gleiche sie mit deinen Lebenshaltungskosten ab.
  • Definiere deine Ziele und erstelle deine Jahres- und Quartalsplanung.
  • Gehe in die Sichtbarkeit: Website, Social Media und co.
  • Erstelle einen Marketing Funnel (Newsletter Aufbau mittels Freebie).
  • Verkaufe deine Dienstleistung oder dein Produkt.

Werde erfolgreich!

Sprich, fang nicht schon mit deiner Website an, bevor deine Positionierung wasserdicht ist oder beauftrage ein Logo, bevor du überhaupt deine Gewerbeberechtigung hast. Gehe deinen Weg Schritt für Schritt und freue dich über den Weg.

Das Wichtigste: Hab ein großes Ziel vor Augen und verfolge es konsequent

Hast du ein finanzielles Polster? Sonst baue deine Selbständigkeit neben deinem Angestellten Verhältnis auf oder neben deiner bestehenden Selbständigkeit. Es wird länger brauchen, aber das ist in Ordnung, du hast alle Zeit dieser Welt. Stresse dich nicht!

Steht deine Familie hinter dir und unterstützt dich? Kann sie Dinge für dich übernehmen? Mein Mann kümmert sich z.B. um meine Steuer, mein Sohn überlegt mir mit Social Media zu helfen.

Kannst du Kontakte anzapfen, die dich unterstützen? Kannst du vergünstigt erste Erfahrungen sammeln und dafür Rezensionen bekommen und Weiterempfehlungen?

Ich wünsche dir für deinen Weg alles Gute und hoffe, dass du aus diesem Artikel viel mitnehmen konntest. Über Feedback freue ich mich immer!

Alles Liebe und bis bald,

Marianne 

Über die Verfasserin

Marianne Schnitzler

Ich bin Marianne Schnitzler, Coach und Expertin für Positionierung und helfe passionierten Frauen bei ihrer Neuorientierung in ein sinnvolles Business – ohne große Umwege.

Marketing begleitet mich seit 25 Jahren und seit 2013 bin ich selbständig. Ich habe 2x bei null als Selbständige angefangen – immer erfolgreich und mit Freude.

Warum immer wieder neu? Weil mir meine Weiterentwicklung wichtig ist, ich die Herausforderung suche, es mir Freude bereiten muss und der Sinn dahinter nicht fehlen darf.

In all den Jahren habe ich viel gelernt. Nun habe ich all diese Bereiche zusammengebracht und möchte dich mit meinen Erfahrungen unterstützen. Ich weiß wie du dich fühlst mit deinem neuen Business, deinem „Baby“ – ich bin den gleichen Weg gegangen.

Wie ist deine Reaktion?

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