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Gut abgesichert durchstarten: Diese Versicherungen brauchen Startups

Versicherungen für Startups
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Der Weg in die berufliche Selbstständigkeit ist mit enormem Potenzial verbunden, sich endlich selbst zu verwirklichen. Gleichzeitig birgt die berufliche Neuorientierung zahlreiche Risiken. Auf die To-Do-Liste für Gründerinnen gehört deshalb ein umfangreicher Versicherungsschutz. Mit dieser Absicherung kannst du motiviert durchstarten.

Den Traum von der beruflichen Selbstständigkeit zu verwirklichen, ist ein großer Schritt in eine selbstbestimmte Zukunft. Mit der richtigen Geschäftsidee und einem soliden Businessplan kann aus einem inspirierenden Gedanken eine solide wirtschaftliche Existenz werden.

Damit du all deine kreative Energie in die Verwirklichung dieser Ziele investieren kannst, solltest du in deinem Businessplan auch an potenzielle Risiken denken. Eine Unternehmensgründung beinhaltet viele Variablen, die durch einen sinnvoll gestalteten Versicherungsschutz kalkulierbar gemacht werden können.

Welche Versicherungen unverzichtbar und welche optional sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehört neben der wirtschaftlichen und personellen Größe des Startups auch das Geschäftsmodell und das Tätigkeitsfeld. Der passende Versicherungsschutz setzt sich nach einzelnen Bausteinen zusammen. Eine individuelle Beratung vom Experten ist der beste Weg, um alle Risiken abzusichern, ohne zu viel in den Versicherungstopf zu investieren.

Ein paar grundlegende Policen sollten allerdings von Anfang an in jeder Gründerschublade liegen. Das sind die Versicherungen, die Selbstständige am Beginn ihrer beruflichen Neuorientierung wirklich brauchen.

Die Krankenversicherung für Gründerinnen

Mit dem Wechsel in eine berufliche Selbstständigkeit entfällt die Option, über den Arbeitgeber gesetzlich krankenversichert zu werden. Eine adäquate Krankenversicherung ist in Deutschland allerdings Pflicht und gehört damit auch zum absoluten Basisschutz für Gründerinnen.

Grundsätzlich besteht die Wahl zwischen einer gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung. Je nach individueller Situation ist auch eine Kombination aus einem gesetzlichen Basisschutz und einzelnen privaten Zusatzmodulen möglich. Für den optimalen persönlichen Versicherungsschutz kann eine Beratung sinnvoll sein.

Wer bisher Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung und mit den Leistungen zufrieden war, kann als freiwillig gesetzlich versicherte Person dort bleiben. In den meisten Fällen lohnt sich dennoch der Blick auf die private Krankenversicherung als Alternative. Bei privaten Anbietern ist es meist möglich, den Versicherungsschutz individuell zusammenzustellen und so nur für Leistungen zu bezahlen, die in Anspruch genommen werden.

Private Krankenversicherungen bemessen den Beitrag nach Alter, Geschlecht, gesundheitlichen Risiken und potenziellen Vorerkrankungen. Gesetzliche Anbieter ziehen dagegen in der Regel nur die Einkünfte als Beitragsbemessungsgrundlage heran. Unterm Strich kann eine private Krankenversicherung daher für Gründerinnen nicht nur passgenauer sein, sondern sogar günstiger.

Die Rechtsschutzversicherung

Eine Rechtsschutzversicherung gehört zur Basisausstattung im privaten Bereich. Sie schützt vor hohen Kosten im Falle einer rechtlichen Auseinandersetzung. Für Gründerinnen reicht dieser private Schutz nicht aus. Selbstständige, Freiberuflerinnen und Unternehmerinnen sind mit einer zusätzlichen Rechtsschutzversicherung für Unternehmensrecht gut beraten.

In einer gewerblich ausgerichteten Rechtsschutzversicherung sind Themen wie Vertrags- und Sachenrecht, Schadensersatz, Arbeitsrecht, Steuern, Ordnungswidrigkeiten und Sozialrecht berücksichtigt, die im privaten Schutz nicht enthalten sind. Die Versicherung übernimmt im Fall von Rechtsstreitigkeiten Anwalts- und Gerichtskosten. Gute Versicherer bieten außerdem kostenfreie und schnelle Beratungsmöglichkeiten durch Fachanwälte via Telefon oder E-Mail an. So lässt sich mancher Konflikt bereits frühzeitig entschärfen. Unterstützung erhalten Unternehmerinnen meist auch, wenn es um eine Mediation geht, mit der rechtliche Auseinandersetzungen außergerichtlich beigelegt werden können.

Mit einer guten Rechtsschutzversicherung bist du rechtlich auf der sicheren Seite und kannst möglichen Auseinandersetzungen gelassen begegnen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Mit dem Schritt in die berufliche Selbstständigkeit wird die eigene Arbeitskraft zu einem noch kostbareren Gut. Je nach Geschäftsmodell ist die Fähigkeit, selbst uneingeschränkt anpacken zu können, die Basis der wirtschaftlichen Existenz. Umso essenzieller ist es, diese Arbeitskraft gut abzusichern.

Das Risiko, im Rahmen seiner beruflichen Laufbahn einmal berufsunfähig zu werden, ist hoch. Wie der Gesamtverband der Versicherer mitteilt, wird in Deutschland Erhebungen zufolge jede vierte privat abgesicherte Person berufsunfähig. Dabei die Berufsunfähigkeit entgegen einer weit verbreiteten Meinung unabhängig von der Tätigkeit, die die versicherte Person ausübt.

Für Selbstständige kann eine Berufsunfähigkeit noch gravierendere Folgen haben als für Angestellte. Zur Bedrohung der eigenen wirtschaftlichen Existenz kommt unter Umständen die Verantwortung für Mitarbeiter. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit ausreichend hohem Versicherungsschutz hilft dabei, dieses Risiko aufzufangen.

Da der Beitrag für die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht nur nach der ausgeübten Tätigkeit bemisst, sondern auch das Alter und den allgemeinen Gesundheitszustand berücksichtigt, sollte ein Antrag so früh wie möglich gestellt werden, um einen günstigen Einstiegstarif zu erhalten. Eine gute Wahl sind Versicherer, die die Option bieten, den Versicherungsschutz bei wichtigen Ereignissen wie einer Ausweitung der beruflichen Tätigkeit oder familiären Veränderungen wie einer Heirat oder der Geburt eines Kindes flexibel anzupassen, ohne eine erneute Gesundheitsprüfung durchlaufen zu müssen.

Die Berufshaftpflichtversicherung

Die berufliche Selbstständigkeit bringt Haftungsrisiken mit sich. Eine Berufshaftpflichtversicherung deckt diese ab und stellt den Arbeitsalltag auf eine solide Basis.

Die Berufshaftpflichtversicherung tritt ein, wenn Dritten wie Kunden oder Lieferanten durch die berufliche Tätigkeit einer Unternehmerin Schäden entstanden sind. Für diese Versicherung sollten Gründerinnen sich im Vorfeld umfangreich beraten lassen. Insbesondere für neue Tätigkeitsfelder im Zusammenhang mit der Digitalisierung gelten viele Sonderfälle, die im Versicherungsschutz berücksichtigt werden sollten. Um das eigene Unternehmen je nach Tätigkeit vor Schäden aus dem Netz abzusichern, ist je nach digitaler Infrastruktur eine gesonderte Cyber-Versicherung sinnvoll.

Bei der Berufshaftpflichtversicherung sollte der Rotstift nicht zu stark angesetzt werden. Es sinnvoll, die versicherte Schadenssumme nicht zu knapp zu bemessen. Unter Umständen kann es außerdem sinnvoll sein, den Versicherungsschutz auf mitarbeitende Personen auszuweiten. Das gilt auch zum Beispiel für Familienmitglieder, die nur gelegentlich aushelfen oder nur einzelne und vermeintlich risikolose Tätigkeiten übernehmen.

Für Gründerinnen haben Versicherer häufig attraktive Rabattprogramme, die einen sehr günstigen Einstieg in den Versicherungsschutz ermöglichen. Der Rabatt wird dann von Jahr zu Jahr weiter abgebaut und der Beitrag steigt. So bleibt insbesondere in der wirtschaftlich angespannten Gründungsphase mehr finanzieller Spielraum bei umfassendem Versicherungsschutz.

Die Rentenversicherung

Selbstständige sind nicht nur für ihre wirtschaftliche Absicherung während ihrer beruflichen Tätigkeit verantwortlich, sondern müssen auch selbst für ihren Ruhestand vorsorgen. Mit einer guten Rentenversicherung lässt sich frühzeitig für das Alter vorsorgen.

Selbstständige sind mit Ausnahme einzelner Berufsbilder nicht verpflichtet, in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen. Ihnen steht es frei, ihre Altersvorsorge komplett privat zu organisieren. In den meisten Fällen ist es jedoch sinnvoll, den freiwilligen Beitrag in die gesetzliche Rentenkasse fortzusetzen und eine zusätzliche Absicherung über private Rentenmodelle anzusparen.

Für die Rentenversicherung ist ein möglichst früher Einstieg entscheidend. So können schon kleine Beiträge für finanzielle Sicherheit im Alter sorgen.

Die Sachversicherung

Diese Versicherung ist sinnvoll, wenn die Unternehmensgründung mit größeren Anschaffungen einhergeht. Muss für die Ausübung der selbstständigen Tätigkeit teures Equipment genutzt werden, werden Räumlichkeiten angekauft oder gemietet, ist es wichtig, diese Vermögenswerte abzusichern. Mit einer guten Police ist es möglich, zu Schaden gekommene Betriebsmittel kurzfristig und ohne große Eigenleistung wiederzubeschaffen.

Bei der Sachversicherung gilt zu beachten, welche Art von Schäden versichert sind, in welchem Umfang beschädigte Betriebsmittel ersetzt werden, ob eine hohe Eigenleistung inkludiert ist und welcher Versicherungsort festgelegt ist. Ist der Versicherungsort beispielsweise auf Büroräume begrenzt, ist der Unternehmenslaptop nicht versichert, wenn er ins Home Office mitgenommen wird. Für einen möglichst umfangreichen Schutz ist es wichtig, auf Details zu achten und einen Tarif zu wählen, der alle Eventualitäten absichert.

Die Ertragsausfallversicherung

Je nach Tätigkeitsschwerpunkt einer Selbständigkeit kann es im betrieben Umfeld zu Schäden kommen, die die Weiterarbeit verhindern. Damit geht in der Regel ein Ertragsausfall einher. Um dieses Risiko insbesondere für längere Ausfallzeiten abzufangen, kann eine Ertragsausfallversicherung nützlich sein. Gründerinnen sollten sich beraten lassen, ob dieser spezielle Versicherungsschutz für ihre berufliche Tätigkeit sinnvoll ist, oder ob es ausreicht, an anderer Stelle Rücklagen zu bilden, die im Ernstfall herangezogen werden können.

Der Markt für Versicherungen ist riesig. Gesetzliche und private Versicherer bieten ein breites Spektrum an Produkten an, mit denen sich jede Risikovariante absichern lässt. Nicht jede Versicherung ist aber notwendig und sinnvoll. Insbesondere in der Gründungsphase, in der das wirtschaftliche Budget meist knapp bemessen ist, ist es deshalb sinnvoll, sich individuell beraten zu lassen und einen maßgeschneiderten Versicherungsschutz für das eigene Unternehmen zu wählen.

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