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5 Gründe, warum Jobsharing das Arbeitsmodell der Zukunft ist

Würdest du in Betracht ziehen, einen Job mit jemandem zu teilen? Oder wärst du bereit, deinen Spitzenplatz im Unternehmen mit jemandem zu teilen? Jobsharing und Topsharing sind zwei Regelungen, die beide Situationen möglich machen können.

Beim Jobsharing teilen sich zwei oder mehr Personen die Stunden einer Vollzeitstelle.

Das kann eine gute Möglichkeit für Eltern sein, ihren Job zu behalten, während sie Kinder erziehen, oder für alle, die in Teilzeit arbeiten wollen. Topsharing ist ähnlich, aber es bezieht sich auf die gemeinsame Nutzung einer Spitzenposition in einem Unternehmen.

Dies kann eine gute Möglichkeit für Unternehmen sein, neue Talente einzustellen, ohne jemanden aus den eigenen Reihen befördern zu müssen. Wenn das etwas ist, das dich interessieren könnte, lies weiter! Wir erkunden beide Optionen.

Was ist Jobsharing?

Jobsharing bzw. Topsharing bietet zwei Personen in Teilzeit die Möglichkeit sich eine hochqualifizierte Vollzeitposition zu teilen.

Das Besondere daran ist, dass die Aufgaben nicht einfach aufgeteilt werden, sondern dass beide Personen die gesamte Verantwortung für die Ziele und Inhalte der Position tragen.

In Österreich arbeiten knapp 48% der Frauen in Teilzeit. Davon sind knapp 15% hochqualifizierte Akademikerinnen. In der Schweiz sind sogar knapp 61% der Frauen Teilzeit beschäftigt, in Deutschland ebenso um die 47%.

Der Arbeitsmarkt sucht händeringend nach qualifiziertem Personal – der Fachkraftmangel ist in aller Munde

Wir fragen uns, wieviele Frauen in Teilzeit, erfahrene Fachexpertinnen, sind als Teilzeitkräfte für viele Firmen im Arbeitsprozess nicht sichtbar?

>>Berufliche Neuorientierung, der Weg in die Selbstständigkeit<<

Aber betrifft der Wunsch oder das Bedürfnis nach weniger Arbeitsstunden nur die Frauen und Mütter bzw. die Eltern in unserer Gesellschaft? Oder ist es nicht vielmehr der Wunsch von den meisten ArbeitnehmerInnen, auch das Leben zu leben.

„Wir arbeiten um zu leben. Wir leben nicht, um zu arbeiten.“

In VUCA Zeiten, wo das Leben immer schnelllebiger wird, sich für viele Menschen aber auch unsicher und instabil anfühlt, wächst die Sehnsucht nach mehr Zeit für das „wirklich Wichtige“ im Leben.

Bei manchen sind es die Kinder, bei anderen die Hobbies, beim Nächsten das soziale Engagement für einen Verein oder eine Organisation.

Und für all diese Personen, für die GenZ, für die Eltern und für die ArbeitnehmerInnen, die mit zunehmendem Alter mehr Zeit für sich und ihre Gesundheit brauchen (Stichwort Altersteilzeit) bietet Jobsharing die optimale Lösung.

Jobsharing Vereinbarkeit beruf und Privat

Warum Jobsharing DAS Konzept für Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben ist:

Mehr Zeit für private Interessen durch Teilzeitarbeit

Menschen werden durch die Teilzeitarbeit mehr Zeit für ihre privaten Interessen haben bzw. für soziales Engagement.

In den Zeiten von Klimawandel und sozialen Unsicherheiten möchten sich immer mehr, vor allem junge Menschen, GenZ, sozial engagieren. Dafür möchten sie Zeit investieren.

Aber auch in Unternehmen arbeiten, die für soziale Werte und Klimaschutz stehen. Jobsharing steht für bestimmte Werte, für den Fortschritt, für Veränderung und verbreitet Aufbruchsstimmung.

Aus vielen Studien und Experimenten geht hervor, dass auf hochqualifizierte Jobs in Teilzeit nicht nur die Anzahl an Bewerbern explodiert, es bewerben sich auch deutlich mehr Männer auf diese Positionen.

Mehr Zeit für das Privatleben steht hoch im Kurs.

Mehr hochqualifizierte Frauen im Arbeitsmarkt und in besseren Funktionen

Wieviele hochqualifizierte Frauen derzeit in Teilzeitpositionen weit unter ihrem Level ihr berufliches Dasein fristen, ist nicht konkret erhoben. Allerdings zeigt sich bei weiblichen Führungskräften bzw.

Top Managerinnen, dass diese Frauen entweder keine Kinder haben, oder innerhalb kürzester Zeit wieder in Vollzeit (und mehr) arbeiten gehen müssen, um ihre Karriere und ihre berufliche Weiterentwicklung erhalten zu können.

Wer ein paar Jahre in Teilzeit aus dem Promotion Prozess rausfällt, hat beinahe keine Chance mehr jemals das Level der Personen, die ohne Unterbrechung arbeiten, zu erreichen.

>>Mit weiblicher Energie zielstrebig in die finanzielle Freiheit<<

Somit verliert der Arbeitsmarkt unzählige fähige Talente, die mit der richtigen Förderung große Potentiale freisetzen könnten.

Im Jobsharing können diese Teilzeitkräfte gleich nach der Karenz weiterhin ihre qualifizierten Jobs machen, ihre Karrieren verfolgen und nach einigen erfolgreichen Teilzeitjahren in Vollzeit auf hohem Niveau weiterarbeiten.

Dies würde vielfach den „Karriereknick“ verhindern, den Frauen ein hohes Gehaltsniveau ermöglichen und so unter anderem der Altersarmut vorbeugen.

Zusätzlich dazu entsteht somit mehr Diversität in den Führungsetagen, was ebenfalls nachweislich zu einer besseren, erfolgreicheren Performance von Unternehmen führt.

Mehr Männer können an der Kinderbetreuung teilhaben

Immer mehr Männer möchten an der Kindererziehung-und betreuung mehr und intensiver teilhaben.

Können die Männer in Jobsharing Modelle einsteigen, können sie ihre guten Positionen weiterhin behalten, ihrer Weiterentwicklung steht ebenfalls nichts im Wege – und doch haben auch sie die Möglichkeit ihre Arbeitszeit zu reduzieren und einen Teil der Care Arbeit zu übernehmen.

Umgekehrt können Frauen dadurch mehr Stunden in Teilzeit arbeiten, mehr Geld verdienen und somit das Haushaltseinkommen ausgleichen.

Die zusätzliche Betreuungszeit wird durch die Männer abgedeckt, und die Kinder profitieren von der Zeit mit beiden Elternteilen.

Diese Prozesse könnten zu einer Verringerung des Gender Pay Gap führen.

New Work: Arbeit wird in Zukunft neu strukturiert und definiert werden

Projektbezogenes Arbeiten ist im Trend. In Zeiten von Homeoffice und mehr Flexibilität ist #workfromanywhere in allen Altersschichten angekommen. Es gibt (fast) keine Gründe mehr, ständig anwesend zu sein.

Und noch weniger Gründe scheint es dafür zu geben, ewig bei einem Unternehmen tätig zu sein. Die (jungen) Menschen möchten heutzutage nicht mehr jahrelang in einem Unternehmen ihr berufliches Dasein fristen.

Heute zählen die Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen deutlich mehr als die „klassische“ geradlinige Karriere.

Jobsharing bietet auch die Möglichkeit sogar in zwei Projekten/Positionen gleichzeitig tätig zu sein. Somit können Menschen ihre Fähigkeiten in mehreren Bereichen einbringen und so die Innovationskraft der Wirtschaft vorantreiben.

Es braucht #newleadership. Co-Leadership ist das Zukunftsmodell

Führungskräfte sind keine „Diktatoren“ mehr. Heute ist Coaching bzw. Mentoring gefragt. Teammitglieder werden begleitet nicht instruiert. Wer das Optimum aus seinen MitarbeiterInnen herausholt und in der Lage ist, sie auch weiterzuentwickeln, ist der neue Held in der Führung.

„Teams“ als solche werden neu gedacht.

Menschen werden sich gewöhnen mit zwei Chefs im Jobsharing, mit zwei Innovationstreibern, mit zwei Ansprechpartnern umzugehen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass man mit einem der beiden gut zurechtkommt, ist durchaus ebenfalls gegeben.

Jobsharing und auch Topsharing ermöglichen Diversität auf einem ganz neuen Level. Es verbindet Menschen mit den gleichen Werten und Einstellungen. Es ermöglicht Innovation und Freiheit im Arbeiten.

Arten von Jobsharing

Welche Arten von Jobsharing gibt es?

Also, noch einmal zum Mitschreiben: Jobsharing is for everyone! Diese 4 Typen des Jobsharing zeigen die mannigfaltigen Möglichkeiten des Konzeptes auf:

Aufbau-Twinning

Beim „Aufbau Twinning“ können Studenten oder young professionals bereits frühzeitig in ein Unternehmen einsteigen und frühzeitig gebunden werden.

Während oder kurz nach Finalisierung ihrer Studien werden die Absolventen im Twinning mit einem Experten in eine Aufgabe eingeschult und können so zu potentiellen Nachfolgern aufgebaut werden.

Experten Twinning

Das Experten Twinning ermöglicht es zwei Experten als „Twins“ auf einer Stelle zu arbeiten. Dieses Modell bietet große Chancen für Positionen mit einer Vielfalt an Kompetenzanforderungen, großem Tätigkeitsbereich bzw. speziellen Schlüsselfunktionen.

Top Twinning

Beim Top Twinning (Topsharing) teilen sich zwei Personen eine Führungsposition und damit die Verantwortung für das Team, das Budget, und gemeinsame Entscheidungen.

Dies bietet hochqualifizierten Männern und Frauen, die in Teilzeit arbeiten möchten, bessere Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Nachfolge Twinning

Und schlussendlich arbeiten beim Nachfolge Twinning ein(e) langgediente(r) Mitarbeiter(in) und eine junge Teilzeitkraft im Jobsharing.

Das Ziel ist es, dass die junge Nachfolgekraft in einem gewissen Zeitraum die Position des ausscheidenden Kollegen/der ausscheidenden Kollegin übergangslos übernehmen kann. Beste Nachfolge- und Generationenplanung wird somit ermöglicht, Wissenstransfer kann sichergestellt werden.

Jobsharing bietet auch dieser anspruchsvollen Generation die Möglichkeit sich zu engagieren, ihr Leben zu leben und trotzdem eine erfolgreiche Berufslaufbahn zu verfolgen – und dazwischen sogar Kinder zu bekommen.

Jobsharing bedeutet einen Mindset Change!

Vorteile von Jobsharing

Was sind denn aber genau die Vorteile von Jobsharing?

Die Stimmen der Kritiker besagen: Jobsharing ist teuer! Jobsharing ist zu komplex! Das funktioniert doch nie in unserer Branche/in meiner Position/mit unseren Prozessen!

Aber, wenn es einmal erfolgreich (begleitet durch Berater und Coaches) eingeführt ist, bedeutet es eine Vielzahl an Potentialen und Vorteilen für große, wie auch kleine Unternehmen:

Vorteil 1:

Die beiden Teilzeitkräfte sind gegenseitige Sparring Partner, fordern und fördern einander automatisch. Die Führungskräfte sind durch den kontinuierlichen Austausch der Twins entlastet.

Die Jobsharing Partner sind motiviert, spornen sich gegenseitig an und bleiben durch weniger Arbeitsstress gesünder.

Vorteil 2:

Twins können sich gegenseitig vertreten, manchmal sogar in Urlaubszeiten. Aber vor allem im Krankenstand ist immer noch eine zweite Person mit dem gleichen Wissensstand vor Ort.

Es ist immer ein Ansprechpartner vor Ort und sämtliche Abläufe und Projekte laufen ungestört weiter.

Vorteil 3:

Die Möglichkeit seine Karriere weiterzuverfolgen und einen klaren „Karriereweg“ zu sehen, steigert vor allem bei Frauen die Loyalität gegenüber ihrem Unternehmen.

Dies gewährleistet höhere Retention Rates und weniger Fluktuation = weniger Kosten.

Vorteil 4:

Trotz geringfügig höherer Kosten durch notwendige Abstimmungszeiten zwischen den Partnern, ermöglicht Jobsharing den Twins noch weitere Projekte zusätzlich zum Kerngeschäft zu erledigen.

Sie bringen mehr Innovation und neue Ideen – denn zwei Hirne sind kreativer als eines. Das Unternehmen profitiert von zusätzlichem Output.

Vorteil 5:

Der Wissensverlust wird verhindert. Wenn eine Person aus dem Mini-Team das Unternehmen verlässt, ist immer noch eine Person übrig, die über ALLE Abläufe der Position Bescheid weiß.

So ist die Aufnahme eines neuen Twins im Onboarding deutlich erleichtert und das Unternehmen verliert kein Wissen in dem Bereich. Alle Projekte laufen ohne große Unterbrechungen weiter.

Für das Unternehmen entstehen deutlich geringere Kosten, dadurch dass die Positionen durchgehend besetzt sind.

Jobsharing ist DAS Arbeitsmodell der Zukunft. Ein Win-Win für alle – für Unternehmen wie auch für die ArbeitnehmerInnen aller Generationen.

Über uns:

Sigrid Uray Esterer JobTwins

Copyright: Barbara Lachner

Der online Marktplatz ermöglicht es bestens ausgebildeten Teilzeitkräften von Firmen gefunden zu werden. Vor allem aber ist das Konzept sozusagen das Parship fürs Business.

Bei JobTwins können sich die Teilzeittalente direkt treffen und „matchen“. Gemeinsam bewerben sie sich dann mit EINER Identität auf eine Vollzeitstelle.

Kontakt zu JobTwins:

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