Daniel Huchler Selbstständigkeit MiaBoss Interview

Eine Festanstellung als Angestellter ist für viele Menschen das Ziel, weil sie ein geregeltes Einkommen haben möchten und es ihnen langfristige Sicherheit verspricht. Warum du dich von diesem Gedanken verabschieden kannst und warum es sicherer ist, sich selbstständig zu machen, darüber haben wir mit Daniel Huchler gesprochen.

Er ist Multiunternehmer, Autor, Speaker und Coach und hat vor ein paar Jahren seinen sicheren Beamtenjob bei der Polizei gekündigt und sich stattdessen für die Selbstständigkeit entschieden. 

Daniel Huchler im Interview

Daniel, für dich steht fest, dass das Unternehmertun sehr viel sicherer ist als das Angestelltenverhältnis. Erzähl uns mehr darüber – wie genau meinst du das? 

Wer bei einem Unternehmen angestellt ist, ist zugleich auch finanziell abhängig von seinem Arbeitgeber. Sollte es dem Unternehmen aufgrund von Wirtschaftskrisen oder Einsparmaßnahmen nicht gut gehen, wird es in der Regel als Erstes an Personal einsparen.

Wie schnell und heftig Krisen entstehen können, erleben wir durch die Corona-Pandemie oder die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine.

Auf einmal ist der Job trotz Festanstellung nicht mehr sicher und als Angestellter hat man keine anderen Möglichkeiten seine Rechnungen zu bezahlen, außer sich einen anderen Job zu suchen und sich in die nächste Abhängigkeit bei einem anderen Unternehmen zu begeben. 

Wer jedoch selbstständig ist und weiß, wie die immer gleichbleibenden Mechanismen des Geldverdienens funktionieren, der ist unabhängig.

Diese Person würde es immer wieder schaffen, sich etwas Neues aufzubauen – trotz Krisen oder wirtschaftlichen Veränderungen. Deswegen unterstütze ich die These, dass die Selbstständigkeit sicherer ist als die viele Angestelltenverhältnisse.  

Daniel Huchler zu Selbständigkeit und Angestellt

Daniel Huchler zu Selbständigkeit und Angestellt
Kannst du nachvollziehen, warum sich viele gegen die Selbstständigkeit und für den Job als Angestellter entscheiden? 

Ja klar, ich war schließlich bis vor ein paar Jahren als Polizeibeamter tätig. Jeden Monat gab es sicheres Gehalt und ich genoss viel Respekt für meine Arbeit als Polizist.

Als ich dann anfing, mich nebenher über das Thema Selbstständigkeit und Unternehmertum zu interessieren und die ersten Überlegungen kamen, eine Kampfsportschule zu kaufen und schließlich meinen Beamtenjob endgültig zu künden, da hagelte es viel Kritik aus meinem Umfeld.

Und natürlich traten auch bei mir Selbstzweifel und Fragen auf, ob ich meinen Rechnungen und Verpflichtungen nachgehen kann.

Das Leben schien mir als Beamter sehr viel planbarer und existenziell unbedrohlich zu sein.  

Das waren offenbar keine Gründe für dich weiter den sicheren Beruf im Angestelltenverhältnis auszuüben? 

Nein, denn ich wusste durch Bücher und Weiterbildungen irgendwann, was für mich alles möglich sein kann. Ich fühlte mich bei der Polizei so festgefahren und ausgebremst und hatte es satt, dass immer andere Menschen über mich und mein Leben entscheiden und letztendlich auch meine Zukunft steuern.

Nach zehn Jahren beschloss ich deshalb, neben dem Job als Polizist eine Kampfsportschule aufzubauen, die ich auch heute noch erfolgreich mit meiner Frau führe.

Das bedeutet aber nicht, dass das Angestelltenverhältnis etwas Schlechtes ist, wenn man damit glücklich ist, ist alles gut.  

Von 1965 bis 2018 lag laut des Statistischen Bundesamtes die Zahl der Selbstständigen immer zwischen 8 und 12 Prozent, während die Zahl der Angestellten von 26 auf 65 Prozent stetig gestiegen ist.
Woran liegt es deiner Meinung nach, dass sich so wenig Deutsche selbstständig machen? 

Daniel Huchler: Ängste vor dem Ungewissen spielen bei den meisten die größte Rolle.

Bei jedem kommen Fragen auf wie: Wie verdiene ich mein Geld? Kann ich dann noch meine Rechnungen und meinen Lebensstil bezahlen? Bin ich der Selbstständigkeit gewachsen und gut genug dafür?

Viele wünschen sich Beständigkeit und Planbarkeit durch ein stetiges und sicheres Einkommen, sehen es aber in der Selbstständigkeit nicht bzw. fürchten sich vor der Selbstständigkeitsachterbahn.

Dazu kommt fehlendes Wissen und fehlende Fähigkeiten.

Die Schule lehrt uns nur nach Schema F zu denken und bereitet uns damit auf das Angestelltenverhältnis vor, nicht aber auf die Selbstständigkeit.

Viele schrecken auch vor dem Thema Steuern zurück oder trauen es sich nicht zu, weil sie von Menschen umgeben sind, die es ihnen ausreden.

Es gibt so viele Gründe, die viele zu Beginn hindern. Aber sich ein eigenes Business aufzubauen ist längst nicht so unvorhersehbar wie viele glauben. Im Grunde ist es sogar sehr gut planbar.  

Selbstständigkeit zum Erfolg – Schritt für Schritt

Daniel Huchler: Selbstständigkeit zum Erfolg – Schritt für Schritt
Inwieweit kann man den Erfolg einer eigenen Selbstständigkeit planen? 

Die Grundprinzipien für den Aufbau eines erfolgreichen Business sind seit 100 Jahren die Gleichen und daran ändert sich auch in den nächsten 100 Jahren nichts.

Im Gegenteil sogar, es wird sogar immer einfacher ein Business aufzubauen.

Durch die Digitalisierung ist es heutzutage leichter potenzielle Kunden zu erreichen oder Prozesse zu vereinfachen als früher. Wer offen gegenüber Neuem ist – und das sollte man als Selbstständiger sein – kann sich schneller und leichter ein eigenes Business aufbauen.

Aber ohne solides Fundament endet früher oder später keine Selbstständigkeit in der Freiheit. 

Wie wagt man den Schritt in die Selbstständigkeit oder ins Unternehmertum? 

Der Lösungsansatz hier lautet: Schritt für Schritt. Es sollte nie das Ziel eines Angestellten sein, der sich selbstständig machen will, einfach zu kündigen und dann zu schauen, was passiert.

Stattdessen sollten die Dinge getan werden, die für das eigene Business gerade am wichtigsten sind.

Anstatt sich um Logo und Webseite zu kümmern, ist es wichtig, ein gutes Angebot zu entwickeln, sich auf sein Marketing zu konzentrieren und das Verkaufen zu lernen. Es gibt einen klaren Fahrplan für jede Stufe der Selbstständigkeit oder des Unternehmertums.

Sich nebenher ein Business aufzubauen, ist natürlich anstrengend. Schließlich hat man einen Vollzeitjob, ein Privatleben und plötzlich soll man sich auch noch ein Business aufbauen.

Ich weiß das aus eigener Erfahrung als ich die Kampfschule gekauft habe und auch noch als Polizist tätig war.

Dort habe ich acht Stunden täglich gearbeitet, abends habe ich Training gegeben und selbst trainiert und danach habe ich Verkaufsgespräche geführt, die Buchhaltung gemacht – eben alles, was zu einem Business dazugehört.

Ein Gamechanger war für mich, als ich mir schließlich von jemandem Hilfe geholt habe, der Erfahrung hatte und das, was ich wollte, bereits vorlebte. Mittlerweile bin ich an vier Firmen beteiligt, an denen ich arbeite. 

Daniel Huchler zu Scheitern der Selbstständigkeit und Vorurteile

Was glaubst du, ist der Grund, weshalb viele Selbstständige scheitern? 

Ungeduld und Unwissenheit. Weder Schule noch Uni lehren uns vor dem Beginn einer Selbstständigkeit, wie man ein solides und erfolgreiches Business aufbaut.

Aber anstatt uns bei unserem Aufbau der Selbstständigkeit oder des eigenen Unternehmens so viel Zeit fürs Lernen zu geben wie für eine Ausbildung oder ein Studium, glauben wir, alles von Anfang an wissen und können zu müssen.

Aber das ist ein Trugschluss, der viele Unternehmensgründer am Ende scheitern lässt.

Ein Unternehmen baut sich nicht irgendwie auf. Dahinter stecken Systematik, Technik, ein zeitlicher Prozess und Erfahrung.

Das alles kann man als Gründer nicht wissen, weshalb es sich lohnt, sich jemanden als Hilfe dazu zu holen. Wenn ich Fußball, Schach oder Tennis spielen lernen will, suche ich mir schließlich auch einen Trainer. 

Aber es gibt viele Vorurteile gegenüber der Coachingbranche. Wie siehst du das? 

Ja, es gibt viele Vorurteile, die teilweise auch berechtigt sind. Genau die haben mich auch lange davon abgehalten, als Coach tätig sein zu wollen, obwohl ich durch meine eigenen Firmen, Erfahrungen, Coachings und Weiterbildungen bereits sehr viel weitergeben konnte.

Aber ich wollte nicht jemand sein, der für das, was er tut, verurteilt wird oder dem nachgesagt wird „Ach schon wieder einer, der nur nach dem schnellen Geld her ist, aber nichts auf der Pfanne hat.“

Im Nachhinein war es unsinnig mich von dem, was andere sagten, abhalten zu lassen. Aber auch das war ein Prozess.

Ich wollte schon immer Menschen helfen, weswegen ich zu Beginn auch Polizist geworden bin. Das war mein Antrieb.

Daran habe ich mich festgebissen und darauf vertraut, dass es für mich persönlich die richtige Entscheidung ist, als Coach tätig zu sein, um anderen bei ihrer Selbstständigkeit und Gestaltung ihres beruflichen Lebens zu helfen.

Daniel Huchler: „Darum sollte es immer gehen: um das eigene Warum.

Coaching ist letztendlich nichts anderes als eine Kommunikationsform, die anderen dabei hilft, ihre Fähigkeiten zu erweitern und den nächst besten Schritt zu gehen. Dabei habe ich einen Leitsatz, den ich bei der Polizei gelernt habe:

„Wessen wir im Leben am meisten bedürfen, ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind“, von Ralph Waldo Emerson.

Genau so sehe ich das. Ich kann meinen eigenen Horizont nur erweitern, wenn mir jemand dabei hilft. 

Worauf kommt es an, wenn man sich selbstständig machen will? 

Auf Entschlossenheit, den eigenen Antrieb und sein Warum. Das sind die Eigenschaften, die es unbedingt braucht. Alles andere ist Lernsache.

Wenn die Entschlossenheit und der Antrieb stark genug sind, kann ich meinen Kunden Schritt für Schritt lehren, was der nächste Schritt ist, was folgt und was nun wichtig ist.

Dazu gehört eben auch, das nötige Wissen und die entsprechenden Fähigkeiten zu erlernen, die man braucht. Es kommt einer Ausbildung tatsächlich sehr nah.

Meinen Kunden gebe ich zudem ein Netzwerk mit entsprechenden Kontakten an die Hand, die man braucht.

Denn mit dem richtigen Wissen, den nötigen Fähigkeiten und einem guten Netzwerk ist der Start in eine solide und erfolgreiche Selbstständigkeit weder Risiko noch ein willkürliches Auf und Ab.    

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