Wie äußert sich eine Erschöpfungsdepression I körperliche Symptome & Anzeichen

Eine Erschöpfungsdepression bezeichnet den Zustand vollkommener Kraftlosigkeit. Betroffene haben häufig das Gefühl, nichts mehr tun zu können und vollkommen ausgebrannt zu sein.

Aus diesem Grund spricht man auch von Burnout. Eine Erschöpfungsdepression wirkt sich negativ auf die körperliche und psychische Gesundheit und damit auch die Lebensqualität aus.

Es ist deshalb entscheidend, diese schnellstmöglich zu behandeln.

Wie äußert sich eine Erschöpfungsdepression?

Wie äußert sich eine Erschöpfungsdepression

Unter einer Erschöpfungsdepression oder einem Burnout versteht man einen Zustand dauerhafter, vollkommener Erschöpfung. Diese äußert sich sowohl körperlich, als auch psychisch.

Betroffene fühlen sich meist ausgebrannt, leer und hilflos. Bei der Erschöpfungsdepression können Symptome auftreten, die sich über einen langen Zeitraum hinweg entwickeln und verändern.

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Besonders charakteristisch sind eine niedergeschlagene Stimmung, Erschöpfung und ein Gefühl der inneren Leere. Es können jedoch viele weitere psychische und körperliche Anzeichen auftreten.

Häufige psychische Symptome einer Erschöpfungsdepression:

  • ständige Müdigkeit oder Gefühl der Erschöpfung
  • Kraftlosigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Gefühl der inneren Leere
  • Gereiztheit
  • Gefühl der Überforderung
  • Gedankenkreisen
  • Angstzustände, Panikattacken
  • Hoffnungslosigkeit
  • negative Gedanken bis hin zu Suizidgedanken
  • Depersonalisierung

Häufige körperliche Symptome einer Erschöpfungsdepression:

  • Schlafstörungen
  • Schmerzen im Rücken und in den Gelenken
  • Stoffwechselprobleme
  • Bluthochdruck
  • Herzrasen
  • Atemnot
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme
  • erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten und Infektionen

3 Phasen der Depression

3 Phasen der Despression

Typischerweise verläuft die Erschöpfungsdepression in 3 Phasen. Die einzelnen Phasen treten jedoch nicht immer in der angegebenen Reihenfolge auf.

Es ist zum Beispiel möglich, dass Symptome der verschiedenen Phasen simultan auftreten.

1. Phase der Erschöpfungsdepression: Schwäche und Reizbarkeit

Zu Beginn kommt es meist zu Stress-Symptomen wie einer gereizten Stimmung, innerer Anspannung und Unruhe.

Zudem lassen in der ersten Phase die Ausdauer und Konzentration nach.

Auch die Schlafqualität kann nachlassen – Betroffene finden häufig nicht zur Ruhe und entwickeln Schlafstörungen.

2. Phase der Erschöpfungsdepression: Physische Leiden

In der zweiten Phase der Erschöpfungsdepression treten typischerweise körperliche Symptome auf.

Häufig betreffen diese das vegetative Nervensystem und sind mit dem Bereich des Magen-Darm-Trakts oder dem Kreislauf verbunden.

Zudem können andere körperliche Leiden auftreten, für die sich häufig keine physische Ursache feststellen lässt.

3. Phase der Erschöpfungsdepression: Ausgereifte Erschöpfungsdepression

Die letzte Phase der Erschöpfungsdepression ist stark durch verschiedene depressive Symptome gekennzeichnet.

Dazu zählen beispielsweise Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Leistungsabfall, Angstzustände und Panikattacken, psychosomatische Beschwerden, Hoffnungslosigkeit und Verlust des Selbstvertrauens.

Betroffene fühlen sich vollkommen ausgebrannt, innerlich wie gelähmt und am Ende ihrer Kräfte. In der dritten Phase kann es zudem vorkommen, dass Betroffene einen Nervenzusammenbruch erleiden.

Wie fühlt sich ein Nervenzusammenbruch an?

Wie fühlt sich ein Nervenzusammenbruch an

Ein Nervenzusammenbruch bezeichnet eine akute Belastungsreaktion, der stets eine Situation vorausgeht, die stark traumatisierend wirkt.

Besonders in der 3. Phase der Erschöpfungsdepression sind Betroffene psychisch und körperlich bereits so ausgelaugt, dass eine belastende Situation schnell zum Auslöser eines Zusammenbruchs werden kann.

Bei einem Nervenzusammenbruch können vielfältige Symptome auftauchen, die jeweils unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Betroffene fühlen sich häufig, als hätten sie die Kontrolle über ihr Verhalten vollkommen verloren und wären dem Geschehen hilflos ausgeliefert.

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Hält der Nervenbruch länger als 48 Stunden an, spricht man von einer akuten Belastungsstörung. Diese kann sich wiederum zu einer chronischen Belastungsstörung weiterentwickeln.

Typische Anzeichen für einen Nervenzusammenbruch

– Körperliche Symptome: starkes Zittern, Herzrasen, Schweißausbrüche, Schwindelgefühle, Druck im Kopf, Übelkeit, Weinkrämpfe

  • Gefühle der Hilflosigkeit
  • Veränderung der Wahrnehmung, Depersonalisation
  • Nervosität, Unruhe, Hyperaktivität
  • Sprachlosigkeit
  • Atembeschwerden
  • kreisende Gedanken
  • Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit
  • Vermeidungsverhalten, Isolation
  • Affektstörungen, Gefühlsschwankungen
  • Gedächtnisprobleme, Erinnerungslücken
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten

Welche Ursachen kann eine Erschöpfungsdepression haben?

Als Hauptursache einer Erschöpfungsdepression gilt meist eine Überbelastung über einen langen Zeitraum hinweg.

Häufig hängt dies mit dem Beruf zusammen, doch auch langanhaltender Stress und Konflikte im Privatleben können Ursache des Burnouts sein.

Betroffene haben häufig hohe Ansprüche an sich selbst, streben nach Perfektionismus und arbeiten viel.

Schwere Arbeitsbedingungen, eine permanente Überlastung mit schweren Aufgeben, fehlende Anerkennung oder eine schlechte Beziehung zu Vorgesetzten oder Kollegen können das Entstehen der Erschöpfungsdepression begünstigen.

Häufig gibt es mehrere Ursachen für das Auftreten, die nicht zwangsläufig mit dem Berufsleben in Verbindung stehen müssen.

Auch übermäßig hohe Belastung im Familienleben, Doppelbelastung durch Arbeit und Familie oder langanhaltende zwischenmenschliche Konflikte können dazu beitragen, dass ein Mensch sich mit der Zeit immer ausgebrannter fühlt.

So kann es beispielsweise zu Erschöpfungsdepression bei Alleinerziehenden kommen, wenn diese unter der alleinigen Erziehung ihres Kindes und der damit einhergehenden Anspannung leiden.

Ist eine Erschöpfungsdepression eine Krankheit?

Eine Erschöpfungsdepression ist keine Krankheit im klassischen Sinne. Es handelt sich hierbei vielmehr um einen Komplex unterschiedlicher Symptome, die eine Folge langanhaltender Überbelastung sind.

Der Zustand völliger Erschöpfung ist eher als ein Warnhinweis des Körpers zu verstehen. Der Körper will dem Betroffenen dadurch signalisieren, dass höchste Zeit für eine Pause und eine Änderung des Lebensstils ist.

Symptome, die typischerweise bei einer Erschöpfungsdepression auftreten, können sich bei Nichtbehandlung jedoch zu schwerwiegenden Krankheiten weiterentwickeln.

Aus diesem Grund ist es von größter Bedeutung, die Warnungen des Körpers zu beachten und die Erschöpfungsdepression schnellstmöglich zu behandeln.

Was tun bei Erschöpfungsdepression?

Was tun bei Depression

Dauerhafter Stress stellt eine enorme Gefahr für die körperliche und geistige Gesundheit dar und kann das Entstehen vielfältiger Krankheiten begünstigen.

Wenn erste Anzeichen einer Erschöpfungsdepression auftreten, besteht bereits Notwendigkeit, etwas dagegen zu tun. Falls du an dir oder einer Person in deinem Umfeld Symptome bemerkst, kannst du im Internet einen Erschöpfungsdepression Test machen, um dich zu vergewissern.

Je nach Intensität und Art der Symptome ist eine unterschiedliche Behandlung erforderlich.

Der Weg aus der Erschöpfungsdepression kann langwierig und schwierig sein. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, in schwereren Fällen einen Therapeuten zu kontaktieren.

Was hilft bei einer Erschöpfungsdepression?

Die folgenden 4 Tipps können dir dabei helfen, eine Erschöpfungsdepression zu überwinden:

Lege eine Pause ein

Wenn du erste Anzeichen einer Erschöpfungsdepression bemerkst, solltest du nicht lange zögern und dir eine Pause nehmen. Melde dich für eine Weile krank und ruhe dich gut aus.

Lasse möglichst viel Ruhe in dein Leben einkehren und widme dich entspannenden Aktivitäten, die sich positiv auf dein Wohlbefinden auswirken.

Falls dir danach ist, kannst du beispielsweise spazieren gehen, Sport machen, meditieren, dich einer kreativen Aktivität widmen oder entspannte Filme schauen. Nimm dir Zeit für dich selbst und achte auf dein eigenes Wohlergehen.

Kontaktiere einen Therapeuten

Falls du das Bedürfnis hast, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, solltest du einen Therapeuten kontaktieren.

Ein kompetenter Psychologe oder Psychotherapeut ist in der Lage, dich auf deinem Weg der Besserung zu unterstützen.

Gemeinsam mit dem Therapeuten kannst du dich auf die Suche nach der Wurzel deines Problems machen. Du kannst auf diese Weise herausfinden, was die tieferliegenden Ursachen der Erschöpfungsdepression sind.

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Strukturiere deinen Tag

Wenn du wieder etwas bei Kräften bist, solltest du damit beginnen, deinen Tag zu strukturieren. Auf diese Weise kannst du vermeiden, zu sehr in die Passivität zu verfallen.

Eine regelmäßige Tagesroutine gibt dir Sicherheit und das Gefühl, dass du in der Lage bist, kleinere Aufgaben zu meistern.

Du wirst dadurch schnell merken, dass du auf dem Weg der Besserung bist und dich zuversichtlicher und stärker fühlen.

Habe Geduld mit dir selbst

Eine Erschöpfungsdepression kann eine Dauer von bis zu einem Jahr haben.

Es dauert meist mehrere Monate und in seltenen Fällen sogar Jahre, bis sich Körper und Geist von den Folgen der Überbelastung vollständig regeneriert haben.

Aus diesem Grund solltest du dich in Geduld mit dir selbst üben. Freue dich über deine Erfolge und lasse dich von Rückfällen nicht zu sehr verunsichern, denn diese können auftreten.

Welche Antidepressiva bei Erschöpfungsdepression?

Bei einer Erschöpfungsdepression kann durch die Einnahme von Antidepressiva eine erste Besserung erzielt werden. Durch Medikamente kann das Gleichgewicht im Gehirn vorübergehend wiederhergestellt werden.

Antidepressiva wie Escitalopram, Venlafaxin, Fluoxetin, Paroxetin, Fluvoxetamin und Sertralin werden häufig verschrieben, um die Lustlosigkeit der Patienten zu überwinden.

Eine Erschöpfungsdepression nur durch Medikamente zu behandeln ist jedoch nicht empfehlenswert. Die Probleme werden in diesem Fall nicht an der Wurzel erkannt und können nach Absetzung der Medikamente zurückkehren.

Kur bei Erschöpfungsdepression

Eine Kur kann bei einer Erschöpfungsdepression Wunder wirken.

Ein längerer Kur-Aufenthalt oder der Aufenthalt in einer Reha-Klinik bietet die Möglichkeit, vom Alltagsstress abzuschalten und sich voll und ganz auf die Heilung zu fokussieren.

Spezielle Kureinrichtungen ermöglichen, während des Aufenthalts psychologische oder ärztliche Behandlung wahrzunehmen.

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