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Sabrina Spielberger: Die Affiliate-Queen

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Ihr eigenes Affiliate-Meta-Netzwerk namens digidip hatte Sabrina Spielberger 2013 gegründet. Und dieses Unternehmen hat ein rasantes Wachstum hingelegt. Denn mittlerweile werden täglich rund drei Millionen User in mehr als 40 Ländern an Online-Shops vermittelt.

Die Technologie, welche hinter digidip steckt, ermöglicht es Influencern und Publishern gleichermaßen, dass deren Produktempfehlungen automatisch monetarisiert werden. Denn die ausgehenden Links zu Dienstleistern und Shops werden automatisch erkannt und getrackt. Kaufen die User also über einen dieser Links ein, erhalten die Publisher dafür eine Provision.

In Deutschland und Großbritannien gilt das 15 Mann starke Team rund um Sabrina Spielberger mittlerweile als Marktführer. Digidip hat es inzwischen geschafft, weltweit rund 40.000 Händler und 95 Netzwerke zu integrieren.

Unter den am schnellsten wachsenden Start-ups in Deutschland landete das Unternehmen auf Platz neun, nachdem sich der vermittelte E-Commerce inzwischen auf eine Größenordnung von rund 550 Millionen Euro beläuft. Im nächsten Schritt will das Start-up aus der Bundeshauptstadt Berlin den US-amerikanischen Markt ins Visier nehmen.

Sabrina Spielberger im Portrait

Die Monetarisierung von Inhalten

Dass sie ein Affiliate-Netzwerk gründen wollte, hatte Sabrina Spielberger schon länger im Kopf. Doch erst bei einem Strandurlaub in Indonesien hatte sie die entscheidende Idee. Namen mit den Elementen „Link“ oder „Ad“ wollte sie vermeiden. Lieber war ihr ein kreativer Name, mit welchem sich auch ein kreatives Logo erstellen ließ.

Es sollte lediglich fünf Jahre dauern, bis das Start-up nach der Gründung zum Marktführer in den Bereichen Content-Analyse und Content-Monetarisierung aufstieg. Natürlich war dieser Weg zur Erfolgsstory alles andere als einfach, aber die Gründerin hatte sich die einzelnen Schritte immerhin gut überlegt.

Aus einer Fashion-Bloggerin wird eine AdTech-Gründerin

sabrina-spielberger, digidip gründerin

Eigentlich hatte Sabrina Spielberger mit Technik nicht allzu viel am Hut. Ihre ursprünglichen Berufswünsche lauteten Anwältin oder Journalistin. Der Grund: In diesen Berufen haben Rechtschaffenheit und Wahrheit einen äußerst großen Stellenwert. Und diese Werte sind ihr auch jetzt noch wichtig.

Erste Erfahrungen im Beruf des Journalisten hatte sie in einer Redaktion neben ihrem Abitur gesammelt. Bereits mit 20 wurde sie in einem Buch zum Thema UMTS als Mitherausgeberin aufgeführt. Schließlich war sie für ein Display-Unternehmen als Account-Managerin tätig, was ihren Start ins Online-Marketing bedeutete.

Bei diesem Arbeitgeber baute sie die globale Sales-Strategie aus und wurde rasch ein Mitglied der Geschäftsführung. Trotz dieses Karriereschrittes entschied sie sich dennoch für ein Studium in der Wirtschaft, wobei sie sich jedoch die Leidenschaft für das Schreiben und ihr journalistisches Mitteilungsbedürfnis bewahrte. Aus diesem Grund suchte sie in der Freizeit stets einen kreativen Ausgleich.

Deshalb ging sie 2009 mit einem eigenen Mode-Blog namens Stylebudget online. Der thematische Schwerpunkt des Blogs waren modische Schnäppchen. Darüber hinaus gab sie den Lesern Tipps, wie sie mit ganz einfachen Tricks teure Outfits kopieren können.

Als das Frauenmagazin Jolie Stylebudget als Top-Fashionblog bewertete, stieg die Reichweite enorm. Logischerweise war das Thema, wie sie den Inhalt monetarisieren könnte, für die vielgelesene Bloggerin stets ein wichtiges Thema. Im Blog hatte sie dafür vor allem Affiliate Links und Placements genutzt. Sie erhielt also eine Provision dafür, sobald ein Leser auf einen ausgehenden Link geklickt und darüber etwas gekauft hatte.

Jedoch musste sie dafür enorm viel Zeit aufwenden, was für sie in keinem Verhältnis mehr zu den Einnahmen stand. Sie musste nämlich zeitweise mehr Zeit für das Affiliate Marketing aufwenden als für das Befüllen des Blogs mit Inhalten. Zwar hatte sich nach zwei Jahren ein Durchbruch des Blogs abgezeichnet, jedoch verfolgte Sabrina mittlerweile die Idee, eine bessere und neuere Affiliate-Technologie umzusetzen.

Nun recherchierte sie lange, führte Trend- und Marktanalysen durch und beobachtete natürlich auch potenzielle Konkurrenten. Sie kam zu dem Schluss, dass in Deutschland keine benutzerfreundlichen Affiliate-Netzwerke existieren und auch auf internationaler Ebene effiziente Lösungen nicht wirklich vorhanden sind. Also beschloss sie, ihren Blog aufzugeben, und eine neue Technologie in der Welt des Affiliate-Marketings zu etablieren.

Die richtigen Partner finden

Zunächst sprach sie mit anderen Bloggern und den Betreibern von großen Webseiten über ihre Idee. Nachdem von dieser Seite her der Zuspruch groß war, überzeugte sie auch ihr persönliches Umfeld von der Idee – auch wenn sie diese im Nachhinein eher als Kopf- denn als Bauchentscheidung sieht.

Sie meint, ihr Kopf habe gewusst, dass die Idee funktionieren würde, während ihr Bauchgefühl ihr gesagt habe, dass es alles andere als einfach sein würde, die Idee auch umzusetzen. Sie stand also vor der Entscheidung, ob sie den Sprung ins kalte Wasser wagen würde, auch wenn sich das nicht einfach gestalten würde. Diese Zweifel aus der Anfangszeit kann die Gründerin aber heute mit einem Schmunzeln kommentieren. Schließlich hat es sich mittlerweile herausgestellt, dass ihre Idee erfolgreich war und sehr gut läuft.

Das notwendige Know-how hatte die Gründerin während ihrer Tätigkeit in der Ad-Tech-Branche lernen können. Darüber hinaus hatte sie sich auch das Wissen um andere Technologien angeeignet und diese für ihr Projekt von erfahrenen Programmierern umsetzen lassen.

Die Zeit, auch das Programmieren zu lernen, hatte ihr schlichtweg gefehlt, da sie sich auch auf die Suche nach Investoren begeben musste. Sie fand schließlich zwei Business-Angels, die sie zwar nicht großartig mit Kapital, dafür aber mit ihrem Fachwissen unterstützen konnten.

Dabei handelte es sich um Publisher, die europaweit agieren und sie auch mit ihrem IT-Team in der Umsetzung unterstützten. Auch wenn sie in dieser Zeit oft verzweifelt war, kam Sabrina nie der Gedanke, ihr Projekt und ihre Idee aufzugeben.

Sie hatte also beschlossen, alle Hürden, die sich ihr in den Weg stellten, zu überwinden. Als größte Herausforderung betrachtet sie es im Nachhinein, zunächst einmal den Fuß in die Tür der potenziellen Kunden zu bekommen. Sie musste also äußerst viel Zeit dafür investieren, zunächst einmal bekannt zu werden und sich einen Namen zu machen. Das Problem: Genau in dieser Phase ist äußerst viel Geduld gefragt, während Sabrina sich selbst als äußerst ungeduldig bezeichnet.

Sie stieß dabei natürlich auch auf jede Menge Größen und Platzhirsche, die gut vernetzt waren und gerade Newcomern, die mit einem neuartigen Konzept durchstarten wollen, das Leben schwer machen können. Sie war in der Branche zwar keine unbekannte Größe. Jedoch hatte sie in der Vergangenheit in erster Linie Pop-ups und Banner verkauft. Entsprechend schwierig war es demzufolge, potenzielle Geschäftspartner davon zu überzeugen, dass sie nun auch Inhalt mache.

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