Sugar Daddy als 'Investor' – es sugar baby packt aus

Was ist ein Sugar Daddy und wie wird eine Frau zum Sugar Baby? Ein Ex-Sugar Baby packt aus und erzählt, wie sie dazu gekommen ist!

Die Generation der Millennials hat nicht nur eine Veränderung in der Arbeitswelt miterlebt, sondern auch gelernt, diese optimal auszunutzen. Mit den neuen Jobs als TikTok-Star, Instagram-Influencer, YouTuber oder Gaming-Streamer lässt sich das Konto einfach mit Geld aufstocken.

Mit der neuen Ära der Arbeit hat sich ein ganz besonderer Job-Trend unter den jungen Frauen verbreitet: Sugar Baby.

Wir klären auf: Was ist eine Sugar-Beziehung? Wie ist das rechtlich geregelt? Lese exklusiv die Erfahrungen von einem ehemaligen Sugar Baby! Auch teilt sie mit uns ihre hilfreichen Tipps für Frauen, die auf der Suche nach einem Sugar Daddy sind.

Was ist ein Sugardaddy

Was ist ein Sugar Daddy?

Sugar Daddies sind ältere Männer mit reichlich Vermögen, das sie für nette Abendessen und Gespräche mit einer jüngeren Dame – ihrem Sugar Baby – gerne ausgeben.

Die Kosten für ein Sugar Baby variieren und werden üblicherweise vor dem Treffen ausgemacht.

Auch materielle Gegenstände können die Bezahlung für Aufmerksamkeit und die nette Gesellschaft ausmachen. Laut der Definition auf Wikipedia haben von einer Sugar Beziehung beide Parteien etwas davon.

Bei einvernehmlicher Abstimmung beiderseits können man auch andere (sexuelle) Tätigkeiten ins Spiel kommen. Wichtig ist hierbei der Begriff „einvernehmlich“, da alles andere sonst unter sexuelle Belästigung fällt und ein Strafdelikt ist.

Gefühle und emotionale Beteiligung seitens des Sugar Babys spielen hier nur in seltenen Fällen eine Rolle, denn die Sugar-Beziehung bezieht sich mehr aufs Geld.

Beide können sich jeweils in einer Beziehung/Ehe befinden; was nicht selten der Fall ist.

Zudem sind die Frauen oftmals sehr jung. Oft sind es Studentinnen, die sich mit wenig Stundenanzahl nebenbei von den Eltern finanziell unabhängig machen möchten und währenddessen reichlich Zeit in ihren Studienerfolg investieren möchten.

Da viele konventionelle Berufseinsteiger-Jobs zu viel Zeitinvestment bei viel zu geringer Bezahlung verlangen, scheint der Job als Sugar Baby ganz lukrativ.

Wie bekomme ich einen Sugar Daddy?

Falls du unsicher oder zu schüchtern bist, dich bei offiziellen Sugar Daddy Webseiten anzumelden kannst du es auch mit normalen Dating-Webseiten versuchen, wie z.B. Parship oder ElitePartner.

Ansonsten findest du Sugar Daddies auf Seiten wie mysugardaddy.eu, unserkleinesgeheimnis.at oder in bestimmten High-class Restaurants und Bars der Stadt.

Wie viel verdient man als Sugar Baby?

Sugar Baby als Job

Während viele diese Art von Job als völlig unorthodox betiteln und sogar mit dem Beruf einer Prostituierten gleichsetzen, ist für andere eine Sugar-Beziehung der Weg in die Freiheit.

Wie bereits erwähnt, muss es nicht zu Geschlechtsverkehr oder anderen sexuellen Liebesakten führen, wie viele denken. Die Bezahlung heißt nicht automatisch Anspruch auf erotische Gefälligkeiten.

Und was ist so schlimm daran, pro Stunde einen Stundensatz im drei- oder vierstelligen Bereich zu erhalten, wenn die einzigen Aufgaben Zuhören und Aufmerksamkeit schenken sind?

Klar, wird man für sein Aussehen bezahlt. Bei Event- sowie Messe-Hostessen ist dies jedoch ebenso der Fall, und das kritisiert niemand …

Natürlich zu Bedenken ist auch, das ein außerordentliches Gehalt auch eine außerordentliche Anstrengung verlangt. So sagt das Sugar Babe Angelina, die für das Portal „Focus“ aussagt, dass sie sich sogar mit zwei, drei Männern gleichzeitig trifft.

Durch ihre Dienste erhält Angelina im Schnitt monatlich zwischen 20.000 und 30.000 Euro. 

Mehr dazu kannst du hier lesen – Sugarbaby Angelina: „Ich verkaufe keinen Staubsauger, sondern meinen Körper“

Pseudonym als Maske

Um sich selbst vor einem schlechten Ruf zu schützen, behalten viele ihre Berufstätigkeit lieber für sich. Deshalb verwenden Sugar Babys ein Pseudonym als Namen, wenn sie sich mit den älteren Herren treffen.

Wie komme ich zu einem Sugar Daddy

Wie sieht es mit der gesetzlichen Regelung aus? Ein teures Vergnügen?

Jeder von uns ist mit dem bekannt und jeder hat es mal unterschrieben: einen Arbeitsvertrag. Im Arbeitsvertrag sind folgende Punkte enthalten:

Beginn und Dauer, Ende des Arbeitsverhältnisses, leistende Tätigkeit, Urlaubstage, Höhe des Arbeitsentgeltes etc. und nach der erbrachten Leistung kommt das Arbeitszeugnis. Aber was schreibt man in einem Arbeitszeugnis, wenn es sich hierbei um sexuelle Tätigkeiten handelt? 

Genau damit musste sich auch ein Unternehmer auseinandersetzen. Ein offizieller Vertrag wurde zwischen ihm und einer jungen Frau vereinbart, hierbei handelte es sich um den Dienst als Haushaltshilfe.

Der Haken? Sie sollte sexuelle Dienste leisten. Seine Aufgabe? Die Leistung und das Verhalten zu bewerten. Die Folgen? Anklage wurde erhoben.

Beide Parteien haben sich dazu entschlossen, einen Teilzeitarbeitsvertrag zu unterschreiben. Laut dem Unternehmer sollten sexuelle Dienste stattfinden, die jedoch nicht vorhanden waren und somit kündigt er sie und stellte sie ab sofort von der Arbeitsleistung frei.

Das Sugar Baby erhob darauf hin Anklage gegen den Unternehmer aus Bochum. Grund dafür – Eine offene Lohnzahlung und Urlaubsabgeltung.

Beide gingen aber vor Gericht als Verlierer aus.

Auf der einen Seite das Sugar Baby, dessen Ansprüche nicht alle zugestanden haben. Aufgrund von Beweismitteln gegen sie, (erotische Bilder und Dirty Talk per WhatsApp) stellte diese eine Erbringung von sexuellen Dienstleistungen dar.

Und auf der anderen Seite der Sugar Daddy, welcher nicht nur einen Teil auszahlen, sondern auch ein qualifiziertes Zeugnis verfassen musste.

Liebe kann kompliziert sein, Sugar-Daddy-Beziehungen anscheinend auch.

Mehr dazu findest du hier: Der Sugar Daddy-Arbeitsvertrag

Die große Frage: Wieso wird man zum Sugar Baby?

Wieso wird man zum Sugar Baby?

Seien wir uns mal ehrlich: Übel kann man es jedoch niemandem nehmen, sich für den Job als Sugar Baby entschieden zu haben.

Denn wenn man etwas nachdenkt, macht es die Arbeitswelt draußen keiner Frau leicht: Die gläserne Decke existiert schließlich nach wie vor und der Stundenlohn scheint immer weniger zu werden.

Viele junge Erwachsene haben kein großes Erbe und können sich beispielsweise kein eigenes Unternehmen aufbauen. Zudem kommt noch die Komponente der eigenen psychischen Gesundheit sowie kostbaren Zeit dazu, die, bei der Kombination von Ausbildung und Karriereaufbau darunter leidet.

Grundsätzlich ist die Berufsbezeichnung als Sugar Baby nicht für jede Frau gedacht.

Es benötigt einen selbstbewussten Auftritt, um sich nicht degradieren oder zu Dingen überreden zu lassen, die man nicht machen möchte.

Hat sich eine Frau dazu entschlossen, ihre Finanzen mit Sugar Dating aufzustocken, sollte man nicht sofort urteilen. Nicht jede bekommt schließlich beim Besuch der Großeltern gleich einen Mindestlohn in die Hand gedrückt.

Ex-Sugar Baby packt über ihre Sugar Daddy Erfahrungen aus

ex sugar baby packt über ihren sugar daddy aus

Interview mit einem ehemaligen Sugar Baby: „Lady S“ verrät uns ihre Erfahrungen mit Sugar Beziehungen und teilt mit uns ihre Einblicke.

Wie bist du zum Sugar Dating gekommen und wie können wir uns diese Art des Kennenlernens vorstellen?

Lady S: Ich war in meinem Leben an einem sehr tiefen Punkt angelangt. Ich hatte zur damaligen Zeit einen Partner, der mich seelisch sowie auch körperlich missbraucht hatte.

Damals wollte ich so schnell wie möglich von dieser Situationslage weg, weil ich wusste: Wenn ich bleibe, wäre das mein psychischer sowie physischer Untergang.

Ich hatte mich früher nie mit dem Thema „Sugar Babe“ beschäftigt, ich dachte immer, ich sei nicht jung, hübsch oder gut genug dafür. Irgendwann habe ich den Sprung doch gewagt und mich dann auf der Plattform „mysugardaddy“ angemeldet und ein Profil erstellt.

Ich war von Grund auf ehrlich. In die Beschreibung schrieb ich sogar hinein, dass ich mir unter anderem jemanden wünsche, der mir hilft, aus dieser Notsituation herauszukommen.

Ich war auch auf der Suche nach Liebe. Nach ehrlicher Liebe.

Ein paar Typen haben sich gemeldet, darunter leider auch ganz komische Männer, die mir vom Typ her gar nicht gefallen haben. Aber ich war damals zu allem bereit, nur um aus der grausamen Welt meines Ex-Partners entfliehen zu können.

Mit einem bestimmten Mann nahm ich dann Kontakt auf. Er war 66 und kam aus der Schweiz. Ein sehr wohlhabender, witziger und vor allem einfühlsamer Mann.

Er hat mich ca. ein halbes Jahr lang begleitet, mich finanziell unterstützt. Und das alles, obwohl wir uns im realen Leben noch nie gesehen haben (über Webcam und Videotelefonie jedoch täglich).

Also eine ganz untypische Sugarbabe-Daddy Beziehung.

Hattest du manchmal das Gefühl, dass du diesen Mann ausnutzt?

Lady S: Nein. Ich hatte zwar immer das Gefühl, ich müsse ihm jeden Cent zurückzahlen, was er natürlich nicht wollte.

Es war unangenehm, das Geld anzunehmen, aber ich wusste auch, dass das Geld der Sugar Daddies meine einzige Chance war, ein neues Leben zu beginnen. Und ich weiß, dass sie es gerne getan haben.

Ich musste lernen, das Geld einfach anzunehmen. Ich bin diesem Mann heute noch so unendlich dankbar für sein großes Herz und seine Hilfsbereitschaft.

Mit welchen Vorurteilen hat man als Sugar Baby zu kämpfen?

Lady S: Nun ja, ich würde sagen, das größte Vorurteil ist, dass die meisten denken, man ist nur hinter dem Geld her.

Dabei geht es um zwischenmenschliche Beziehungen, um die Wünsche und Träume und Gelüste beider beteiligten. Viele Frauen nutzen es aus, um sich teure Klamotten kaufen zu können, oder sich ihr Studium oder Luxusleben zu finanzieren.

Wusste jemand aus deiner Familie oder Freundeskreis von deiner Zeit als Sugar Baby? Wenn ja, wie haben sie darauf reagiert?

Lady S: Nein, es wussten nur zwei meiner engsten Freundinnen und mein heutiger Partner.

Ich wollte nie, dass meine Familie darüber Bescheid weiß, weil ich mich vor ihnen irgendwie dafür geschämt hätte.

Was hat dich dazu gebracht, mit dem Sugar Baby aufzuhören?

Ich habe mir irgendwann die Frage gestellt: „Möchtest du dein Leben lang wirklich so weiter machen, oder es selbst in die Hand nehmen?“

Nachdem ich begonnen habe, mein Mindset umzugestalten, hat sich auch meine ganze Lebensweise und auch meine Einstellung zum Sugar Dating verändert.

Allerdings habe nicht ich damit aufgehört, sondern mein Sugar Daddy hat von sich aus die „Beziehung“ beendet. Natürlich im Positiven.

Hast du einen Tipp für jemanden, der Sugar Dating ausprobieren möchte?

Lady S: Grundsätzlich sehe ich nichts Schlimmes daran, jedoch muss man sich dessen sehr bewusst sein. Daher überlege gut, ob du das wirklich möchtest
und welche Absichten du pflegst.

Kein Sugar Daddy möchte eine Frau, die nicht Arbeiten geht und noch dazu nur auf der faulen Haut liegt.

Sei immer du selbst, und zeige, dass du sehr wohl auch Interesse an einer Liebesbeziehung hast, und nicht nur auf den Luxus aus bist (falls du das nicht bist, dann wirst du immer die falschen Kerle anziehen).

Sie mögen intellektuelle Frauen, mit denen man sich auch in der Öffentlichkeit zeigen kann. Natürlich gibt es auch Frauen, die eine andere Art von Sugar-Beziehung pflegen; doch wie gesagt, sei dir dessen bewusst, was du genau möchtest.

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